Wrestler, Pinguine & Chick with D. – Festivalbe(r)ichte Vol. 1

Alle möglichen Zeitschriften, Medien und Blogger berichten immer wieder von Festivals und ihren geilen oder weniger geilen Bands. Ich will mein Augenmerk hier mal auf eine andere wesentlich Sache eines Festivals richten: Die Gäste.

Sie kommen von allen Ländern, rund um die Welt, um einmal bei einem Festival ihrer Träume zu sein. Mich zog es im Juli auf ein Metalfestival in Slowenien. Dieses Festival schafft es trotz seiner, eigentlich geringen Größe, Tickets quer um den Globus zu verkaufen. So traf man auf Leute aus Irland, Finnland, Argentinien, Mexiko, etc. Es wurde auch vereinzelt Tickets nach Afghanistan und China verkauft.

Es sind große Gäste, kleine Gäste. Manche sind nüchtern – aber eher weniger. Angezogene und nackte, doch irgendwie sind sie alle liebenswürdig.

Um euch ein paar der Leute vorzustellen, findet ihr hier eine Zusammenfassung der wohl schrägsten Personen und Erlebnisse:


Der Wrestler

Als Kind dachte ich immer, Wrestling wäre echt. Dieser Gedanke dauerte allerdings nur bis zum Teenageralter an, denn spätestens dort sollte einem klar werden, dass es eine inszenierte Show ist. Bestätigung fand man im Internet und Google, welche sich damals zur Jahrtausendwende gerade vermehrt in den Wohnzimmern der Welt breit machten.

Ich war stets davon überzeugt, dass Wrestling nur Show ist und dachte eine verstärkte Bestätigung zu bekommen, als ich am Festival auf einen italienischen Wrestler getroffen bin. Nun wusste ich nicht von Anfang an, dass er ein Wrestler ist, und wir haben noch ein wenig gefeiert und getrunken – wie es auf Festivals üblich ist. Ich kann es nicht mehr genau sagen, wie wir auf das Thema gekommen sind – entweder durch sein Abspielen einer John Cena Werbung oder durch mein Triple H T-Shirt. Vielleicht auch beides parallel.

Jedenfalls reagierte ich wie es zu erwarten war und vertrat meine Meinung, dass es ohnehin nur Show wäre. Anfangs bestätigte er. Die Abläufe im Ring sind definitiv gescripted und jede Person weiß, was sie zu tun hat, damit man sich nicht gegenseitig verletzt. Allerdings sollte man auch seinen Körper trainiert haben, um schwere Verletzungen vorzubeugen. Es kam wie es kommen musste, und er zeigte mir ein paar Moves. Wie man Schläge faken kann und sie dennoch realistisch aussehen. Verdammt, es kamen nach einiger Übung sogar ein paar Leute zu uns und versuchten unseren „Streit“ zu schlichten, da es einfach zu realistisch ausgesehen hat.

Dann zeigte er mir, wie ein Chop auf die Brust funktioniert und dass dieser auch so gut wie nicht schmerzt. Ich verpasste ihn 4-5 Schläge auf die Brust und es sah vergleichsweise wirklich um einiges harmloser aus, als die restlichen Moves und Schläge. Entschlossen forderte ich ihn auf, mir auf die Brust zu schlagen. Er fragte mich noch ein paar Mal, ob ich wirklich sicher wäre und damn!, ich dachte wirklich ich wäre es.

Er holte aus.

Ich begann noch zu schreien, bevor ich mich seine Hand getroffen hatte.

Meine Lunge erstarrte und ich stoppte mit meinem Kampfschrei als mich seine Hand getroffen hatte.

2 Tage später konnte ich noch immer seinen Handabdruck und jeden seiner Finger auf meinem Körper sehen.

#Wrestlingisnotjustashow


Der Schrei des Pinguins

Spätnachts, wenn die letzte Band bereits gespielt hat und angeheitert auf der Aftershowparty abfeiert, rücken immer mehr stark betrunkene Metalfans in die Lichter der Scheinwerfer. Auch mich zog es in das Licht, doch nicht für lange. Wie ein Bier-Zombie, dass stets auf der Suche nach neuem Bier war, zog es mich zu dem lautesten Geräusch in meinem Umfeld hin. In der Hoffnung, Bier vorzufinden, folgte ich diesen animalischen Partyschreien.

Vieles erwartete ich, nur nicht das, was ich tatsächlich vorgefunden habe.

Pingu!!!! So nannten sie ihn! Einen Pinguin der Leute attackierte und auf Paarung aus war. Verdammt, das Mistvieh ging selbst auf mich los. Ich konnte es nicht abwehren und es fiel einfach über mich her, hat jedoch bald abgelassen und suchte sich neue Opfer. Dieser Pinguin war das härteste, was ich seit langer Zeit auf einem Festival erlebte. Nicht nur, dass er über Menschen hergefallen war, er hatte sogar einen Plastikmenschen auf seinem Rücken, um unschuldige Opfer zu täuschen und anzulocken.

Mit letzter Kraft konnte ich noch ein Video des Angriffs machen, und er attackierte mich erneut.

Doch dann erkannte ich, was er wirklich wollte: Liebe und Zuneigung.

Er war gar kein schlechter Pinguin, er sehnte sich nur nach Nähe. Wie es sich für einen Tierfreund gehört, habe ich in gleich zur nächsten Bar eingeladen, um ihn einen auszugeben. Er wiederum gab mir einen aus. Und irgendwann landeten wir auf der Aftershowparty.

Das letzte was ich weiß ist, wie Pingu Arm in Arm mit Frauen und Männer zurück zu seinem Zeltplatz ging. Man hörte nur noch den Schrei des Pinguins in der Ferne.


Chick with D.

Sie war heiß, und ein Festivalflirt wäre wohl drinnen. Gut, durch Getränke fallen die Hemmungen und je später die Stunde, desto schöner die Gäste. Und sie sah einfach gut aus (was mir noch andere am nächsten Tag bestätigten). Irgendwann führten wir folgende Konversation:

Sie: „Ich steh auf meinen Schwa**!“
Ich: „Was? Wie, dein Schwa**?“
Sie: „Naja, ich finde meinen Schw** richtig geil!“

Unaufgefordert zeigte sie mir Bilder ihres besten Stückes. Man(n) konnte neidisch werden bei einem solchen Prachtstück!

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