Wöds es mi veroaschn? – Seek & Destroy Album Review

„Los, lass uns die nackte Wahrheit auspacken und ein Album darüber machen“. So, oder so ähnlich, muss wohl der Grundgedanke zum neuem Album der Band Seek & Destroy geklungen habe.

Was sich die 3 Jungs aus dem Kuigrobn da einfallen gelassen haben, ist für mich wahrer Wahnsinn und zeigt wieder auf, wie nah die Grenze von Genie und Wahnsinn aneinander liegen können.

Bereits zu Beginn des Albums stellt man sehr schnell fest, dass sich die Jungs ein wenig verändert haben. Während sie in ihren vorangegangen Alben Forgiveness und Madness noch etwas ernster und kritischer wirkten, bezieht sich der ernste Hintergrund ihres neuen Albums Blad & Geil primär auf ihre Heimat den Kuigrobn. Selten kommt ein Lied ohne Erwähnung dessen aus – was dem Album und den Liedern keineswegs schadet, denn wenn diese Jungs eines sind, dann 3 hervorragende Musiker die musikalisch einiges zu bieten haben.

Quelle: https://www.facebook.com/seekanddestroymusic
Quelle: https://www.facebook.com/seekanddestroymusic

Der Reihe nach:

Eröffnung

Wie es sich bei einem Metalalbum gehört, wird dieses mit einem nahezu epischen Intro namens Mr. T.T’s sluggishness of the bowls eröffnet, welches fließend auf ihre erste Nummer The Souffleur übergeht, welche mit dem Wort „Kuigrobn“ eröffnet wird.

Bereits in dieser Nummer erkennt man die Qualität der Aufnahme, welche sich durchaus blicken lassen kann, da jedes Instrument gut zu hören und der Gesang hervorragend mit den Instrumenten abgemischt wurde. Textlich kommen die wohl wichtigsten Worte für eine Metalcorenummer vor: Kingdom, Suffer, Voices und es erweckt den Eindruck des Aufrufes zu einem Neustart, weswegen sich das Lied optimal als Opener eignet.

Weiter geht es mit einem „Oh my fucking god“ in A$$ like dat. Mit dieser Nummer erreicht das Album unter gewissen Umständen bereits eine Indizierung in verschiedenen Ländern. Zitate aus der Lied: „..loosing a load of my gun – total eclipse of the sun“ oder auch „rim job or David Blowie – Bon Jovi“ mit solchen und weiteren Anspielungen wird hierbei das Thema MILF thematisiert.

Es folgt die Ankündigung, dass „Kuigrobn“ nun endgültig zurück ist und man nichts bereut was in der Vergangenheit geschehen ist. Loukanikos wirkt wie ein Statement der Band zu ihrer Art ihre Lieder und an die Liveshow heranzugehen. „We ain’t done, we are back in the game“, klingt es dabei unter anderem aus den Lautsprechern. Allgemein wird der Song durch permanente Break- und Beatdowns unterlegt, und findet im letzten Drittel noch einen für Metalcore klassischen Aufbau der Dramatik mit ansteigender Lautstärke und einem von piano bis zu forte steigernden Gesang. Im Großen und Ganzen aber nicht weiter außergewöhnlich.

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Quelle: www.seekdestroy.at/

 

Haupteil

Im Hauptteil der CD Blad & Geil kommt es schlussendlich zum absoluten Stilbruch der Band, welcher ein wenig in der vorangegangen Nummer angekündigt wurde. Wer sich ein reine Metalcorescheibe erwartete, wird spätestens bei Der Liebesakt von allem anderen überrascht. Es folgt eine deutschsprachige Funknummer welche um den Notstand eines Mannes handelt, welcher die direkte Frage stellt „Wüsst du mir mir vegln?“
Dabei ist ihnen sehr gut gelungen die Frage offen zu lassen, mit wem sie das wollen. So wird im ganzen Lied kein Geschlecht des Partners erwähnt und es könnten sowohl Frauen als auch Männer Partnerinnen und Partner des Koitus werden und lässt somit eine gewisse Interpretation und Frage offen.

Weiter geht es mit ihrer ersten Abkopplung eines Musikvides, welches zu Blad & Geil gedreht wurde, was ebenfalls der Namensträger des Albums ist.
Mit dieser Nummer schaffen Seek & Destroy hervorragend ihre Künste als Songwriter zu verarbeiten. So fehlt es der Nummer an fast gar nichts. Obwohl der Gesang kurzzeitig einen Till Lindemann ähnlichen Stil beinhaltet, ist sie doch durchgehend aggressiver. Gespielt wird auch hervorragend mit Pausen und dem Aussetzen einzelner Instrumente.

Es geht los mit einem Instrumental kraftvollen Intro, gefolgt von einem sehr guten dramaturgischen Aufbau, welcher in einem rasanten Tempo endet, was den Song von Beginn an in ein wahnsinniges Tempo kickt.
Gerade als mit diesem Tempo mitkommt, folgt ein Breakdown als Refrain, der das Tempo noch einmal entzieht und in einem Pre-Intro endet, das wiederum dramaturgisch aufgebaut ist.
Es folgen epischen Gitarrenlines, ein Breakdown, ein erneuter dramaturgischer Aufbau und Epische Harmonien ohne Ende bis zu einem hämmernden Outro.
Im Nachspiel hört man noch eine wunderbar abartige Einspielung von Family Guy (Family Guy ftw!)

Mit Legends merkt man endgültig, dass sich die Band an neuere, auch epischere Ufer wagt. Auch hört man hierbei den wohl ranzigsten und kratzigsten Gesang des Albums, welcher im Instrumentalen leider ein klein wenig untergeht. Trotz der etwas epischen Melodien, wurde ein Breakdown eingebaut, der ein wenig Energie herausnimmt, was aber zu Ende wieder aufgeholt werden kann.

Das Ende des Hauptteils wird mit Electronic eingeläutet. Ob es aus Freundschaft, aus Respekt, oder auch aus Mitleid war, dass sich ein solches Lied auf der CD befindet, kann und will ich an dieser Stelle nicht sagen. Jedenfalls mischt sich der Song hervorragend in ein von Wahnsinn geprägtes Album ein und überrascht mit einer gewissen Hookline, die auch den Titel wiederspiegelt „Banane Gelb“.

Ende

From Moscow to Kuigrobn“ heißt es textlich im Lied Stalinorgel, das, der Knappheit zum Trotz, eine der kritischsten Nummern auf dem Album ist und auf eine angespannte Situation zwischen Russland und Amerika anspielt. So wird immer wieder die Aggression, welche in diesem Konflikt herrscht, mit den harten Worten und Drohungen wiedergespiegelt. Ein Glanzbeispiel dafür, wie wenig Text ein Lied braucht, um auf ernste Themen hinzuweisen.

Das eigentlich Ende macht Sick ,n‘ Destroyed, bei welchem sich die 3 Jungs aus dem Kuigrobn selbst auf den Arm nehmen. Während der Text zu Anfang noch stark sexistisch wirkt, wird kurz darauf bereits ihr eigener kleiner Schn****wutz erwähnt. Gegen Schluss werden die wohl wichtigsten Sachen für Seek & Destroy erwähnt „Kuigrobn“, „Forever 3“, „Heavy Metal“ und „Wöds es mi veroaschn?“.

Kuigrobn is mei Paradies ist das endgültige Schluss des Albums. Es wird sofort mit Akustikgitarre und reinem Gesang bewaffnet losgelegt und aufgrund des eingängigen Textes, ist man bereits bei dem zweiten Refrain dabei irgendwie – ob gedanklich oder lautstark – mitzusingen. Wenn der Kuigrobn ein Titellied bräuchte, wäre dieser Song definitiv die beste Option. So hat er auch mich überzeugt, den Kuigrobn zu besuchen. Mission Kuigrobn!

Quelle: www.seekdestroy.at/
Quelle: www.seekdestroy.at/

Was nach einem solchen Album in Erinnerung bleibt ist eine Metalcoreband, welche sich selbst nicht ganz so ernst nimmt und auch mit wunderbar abwegigen Texten, eine starke, teilweise sozialkritische Message abgeben können. So wie sich das Album sich durch Genie und Wahnsinn ergänzt, performen die 3 Kuigrobner auch ihre Liveshow, die ein unglaubliches Erlebnis für jeden Besucher ist.

Wer sich von der CD noch Live überzeugen will, hat momentan die Chance die Jungs noch auf ihrer Blad & Geil CD-Release Tour zu sehen. In unserem Kalender im linken Menu oder auf der Seite von Seek & Destroy findet ihr sämtliche Infos zu der Tour und dem Album!

 

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