Swedish Power Indie Rock meets Austrian White Boy Blues

Was auch immer die anderen sagen. Was auch immer sie gemacht haben. Es zählt nicht mehr. Wer sich am vergangenen Donnerstag sich die Bands Kid Galahad und Contact High gegeben haben, haben wohl etwas geboten bekommen, was sie nicht erwartet hatten – mich inbegriffen.

Normalerweise würde nun ein Bericht in der Reihenfolge der Bands folgen, aber ihr werdet bald verstehen, warum das diesesmal nicht der Fall ist.

Contact High

Contact High, welche als Locals den Konzertabend beendeten, gaben eine hervorragende Show ab. Man merkte ihnen an, dass sie endlich wieder aus dem Studio und den Proberaum raus auf die Bühne wollten. Von Anfang an war der Konzertraum des Club Wakuum voll mit Leuten, die es kaum noch erwarten konnten, endlich wieder etwas von der Band zu hören und zu sehen. Es ist niemanden zu verdenken, da auch ihre Ausstrahlung einen gewissen Charme ihrer Band ausmacht und ein Teil ihre Präsenz und Performance darstellt.

Wer die Jungs von Contact High abseits ihrer Konzerte antrifft, wird bestimmt schon zu diesem Zeitpunkt Fan der Band, da sie sich gerne in Feier- und Partylaune zeigen.

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Diese spiegelte sich auch bei diesem Endlich-Wieder-Auf-Der-Bühne-Gig wieder. Es ist doch ein wichtiger Faktor für ein gelungenes Konzert, wenn die Band ebenfalls gut gelaunt eine Bühne betritt, so wie es bei Contact High der Fall war.


Kid Galahad

Der Grund, dass alle sehr gut gelaunt die Bühne betraten, war -nicht nur aber auch- die Vorband aus Schweden: Kid Galahad!

Was manche an einen Superheldennamen erinnert, stammt tatsächlich von der Romanverfilmung der Gleichnamigen Figur, welche von keinem geringeren als Elvis Presley verkörpert wurde.

Ohne groß zu wissen, was sie erwartete, versammelten sich die Leute für Kid Galahad. Die meisten von ihnen waren offensichtlich für Contact High gekommen und  wollten sich vermutlich nur den ‚Support‘ ansehen, da dieser eben einfach dort war. Was allerdings mit dem ersten Song passierte, konnte niemand erwarten.

Schnell holte man noch seine Freunde und Bekannte, die sich an der Bar mit Weichsel vergnügten in den Konzertraum um -entschuldigt den Ausdruck- diesen geilen Scheiß zu sehen! DAMN!!!

Einen solchen Sound in Worte zu fassen ist einfach unglaublich schwer. Aber wenn the Hives ein glühendes Eisen wären, wären Kid Galahad wohl das Feuer, welches das Eisen zum schmelzen bringt.

So heiß wie es angefangen hatte, ging es dann gleich weiter und sie smashten einen Hit nach dem anderen raus. Alle performten Lieder stammten aus der eigenen Feder von Kid Galahad. Sie können nicht nur gut schreiben, sondern das Ganze sogar noch musikalisch unglaublich umsetzen. Es gab nur wenige Songs, die keinen einen Ohrwurmcharakter hatten, um nicht zu sagen, es gab keinen der kein Ohrwurm war.

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Die schwedische Band aus Borås, welche sich bereits 2006 zusammengefunden hatte, zeugte nicht nur vor Charisma und grandioser musikalischer Leistung, sondern auch von Zusammenhalt und Ausdauer.
Sie starteten ihre momentan 2 Wochentour in Ungarn am 04. Mai und rockten sich in 8 Shows durch Ungarn, Slowenien, ÖSterreich und Deutschland, bevor es für sie wieder zurück nach Schweden ging.

Anfangs schien die Tour jedoch noch unter einem schlechten Stern zu stehen, so wurde Frontmann und Vocalist Mattias Frisk noch vor der Tour krank. Am Höhepunkt des ersten Parts der zweiwöchigen Tour erreichte auch das Fieber sein hoch mit knapp 39 Grad. Dies war für die Band jedoch kein Grund die Tour abzubrechen. Sie machten weiter und sie hat sich Mattias Frisk bis zu dem Konzert in Graz auch wieder vollständig regenerieren und erholen können.

Das kam natürlich dem Konzert sehr zu gute, da er sich freute, wieder mit voller Energie eine Bühne zu betreten. Im Interview lobte er auch das Essen des Club Wakuum, da es nur selten warme Speisen gibt und sie McDonalds und andere Junk Food Restaurants so gut wie möglich meiden. Als tourende Band, versuchen sie zwar immer wieder warmes Essen zu bekommen, jedoch ist das meist auch eine Frage des Budgets.

Da das Publikum und die Band im Einklang standen, freut sich die Band bereits, wieder nach Österreich zurückzukehren.

Obwohl Kid Galahad in ihren 10 Jahren der Bandgeschichte nur 2 Alben – Yesbox (2013); Nobox (2015) – veröffentlicht haben, haben sie bereits über 11 Länder bespielt und sind noch immer offen für mehr.   Trotzdessen, dass sie bisher nur 2 Alben veröffentlichten, rockten sie in Deutschland bereits Festivals wie das Bochum Total.

Mattias Frisk, der die Herzen der Zuschauer im Sturm erobert hatte, zeigte sich nach dem Konzert wie auf der Bühne – Publikumsnah!
So ging er unmittelbar nach Ende des Konzertes zu den Frauen ins Publikum um ihnen einen Kuss zu geben, Männer bekamen Bro-Fists und Shake-Hands. Es störte sich niemand daran, da er und seine Band einfach so unglaublich sympathisch wirken.

Rockstarallüren und Frauenheld hoch 10, aber es passt einfach so unglaublich zur gesamten Band.

Ein Konzert mit zwei sehr publikumsnahen Bands, welche man nur weiterempfehlen kann. Kid Galahad und Contact High!

 

Kid Galahad:
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Contact High:
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