SUMMERBASH 2016

Zum zweiten Mal fand heuer das SUMMERBASH Festival in Stallhof bei Stainz in der Weststeiermark statt. Obwohl es sich um ein kleines, eintägiges Festival, welches erst in seinen Babyschuhen steckt, handelt, war es beeindruckend, was sie zu bieten hatten.

So erhielt man bei verschiedenen Getränkeständen alles von Alkoholfreien bis zu hochprozentigen um einen humanen Lokalpreis. Ebenfalls wurde mit einem Essensstand aufgetrumpft, bei denen unter einem Zelt auch Tische mit Bierbänken gestellt waren, damit man sein Essen nicht im Nassen stehend verschlingen musste.

Alternativ zu diesen Ständen, bot sich auch noch ein Shisha stand an, bei welchen man es sich in Campingstühle oder den angrenzenden überdachtem Bereich gemütlich machen konnte.

So konnte man die Inspiration von größeren Festivals deutlich erkennen. Da es sich bei den Veranstaltern allesamt um junge Organisatoren handelte, wurde auch die Musik dementsprechend ausgesucht und gewählt.

Von Akustik-Pop, über Metalcore, bis hin zu modernen Alternative Rock und Folk Rock mischten sie eine gelungene Abwechslung an Interpreten zusammen. Zur Aftershowparty holten sich die Organisatoren etwas Besonderes: Ein DJ-Harmonika Line Up, wobei einer als DJ auflegte und der zweite ihm an der Harmonika unterstützte.

Aber der Reihe nach…

 

O2Y

Den Anfang machten, wie bereits im Vorjahr, die Akustik-Pop (Punk) Band O2Y. Waren sie im Vergleich zum Vorjahr um ein Mitglied weniger, da der Drummer die Band nach dem Gig verlassen hatte, konnten sie diesen mittels geloopten Drumcomputer ergänzen. Hierfür wird allerdings nicht zwangsweise ein Rhythmus per Playback eingespielt, sondern durch Geräusche, wie etwa ein Klatschen auf die Wange oder ein Blasen von Luft durch die zusammengepressten Lippen in Echtzeit erzeugt. Auf diese Art und Weise konnten O2Y, obwohl ihnen der Drummer fehlte, diesen Sound durch vor Ort eingespielte Simulationen komplettieren.

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Die zwei Musiker Steve und Flo   zeigten aber auch, dass sie nicht nur ihr Grundinstrumente Gitarre und Bass beherrschten, sondern auch noch viele weitere Instrumente wie Cajon, Keyboard und sogar Ukulele.

Diese Abwechslung der Instrumente in ihren Liedern bot eine angenehme Abwechslung der Stimmung und verhinderte eine eintönige Schiene, welche ziemlich sicher durch den permanenten Gebrauch von Gitarre, Bass und Drumcomputer entstanden wäre. Wie die Jungs selbst nach dem Konzert verrieten, ist es für sie selbst immer wieder eine interessante Erfahrung, mit einem Loop (Effekt, welcher eine gewisse eingespielte Melodie immer wieder Wiederholt) zu spielen.

Leider wurde ihr Openerauftritt, wie bereits im Vorjahr, durch den Regen gestört, was aber der überdachten Bühne nichts anhaben konnte. Einzig das Publikum, wirkte zuckersüß und suchte eine Überdachung.

 

HARD TO BELIVIE

Damit ging es auch gleich weiter mit der härtesten Band des Abends. Hard To Believe, die neben Boondock Radio die zweiten Lokalmatadoren der Veranstaltung stellten, hatten das Glück, dass sich bei ihnen der Regen bereits wieder verzogen hatte. Lediglich ein nieseln war zu spüren, was dem Publikum und der Band aber nicht weiter stören sollte. Zwar spielten sie im Vergleich zu den anderen Bands ein relativ kurzes Set, konnten aber dennoch sehr überzeugen.

Hard To Believe setzt sich aus verschiedenen Musikern zusammen, die unter anderem schon mit bekannteren Bands der Szene auf Tournee waren. Aus dieser Erfahrung stammend, erkennt man nicht nur den Einfluss, der auf die Band einfließt, sondern auch das spielerische Können, mit welchem sie mit ihren Liedern überzeugen können.

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Das Publikum vor der Bühne hat sich zu einem dezenten Headbangen mitreißen lassen, auch da viele von ihnen sich die Band zum ersten Mal ansehen konnten. Vereinzelt hatte auch jemand die Idee, einen sehr kleinen Mosh Pit zu starten. Leider war der Auftritt von Hard To Believe sehr schnell vorüber und er hätte ruhig noch 2 bis 3 weitere Songs dauern können, allerdings war es, wie auf Festivals üblich, ein sehr enger Time Table, da man rechtzeitig beenden musste, um nicht von den Anrainern eine mögliche Klage wegen Lärmbelästigung zu bekommen – auch wenn eine solche Veranstaltung nur einmal im Jahr stattfindet.

Ebenfalls der Time Table zum Verhängnis wurde der nächsten Band, welche nach Hard To Believe die Bühne betrat.

 

SO FAR FROM HOME

Die Grazer Alternative Rocker waren neben O2Y die zweite Band, welche nicht aus der Region stammte. Bis zu ihren Auftritt hatte sich der Regen bereits komplett gelegt und das Publikum traute sich nun endgültig unter den Zelten hervor. Zudem fanden sich immer mehr Besucher in einer Schlange stehend am Eingang wieder. Scheinbar hatten viele den Regen abgewartet, bevor sie das SUMMERBASH 2016 besuchen wollten.

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Von Beginn an viel auf, dass bei So Far From Home die Bühne recht klein wirkte, da die Band aus insgesamt 6 Leuten besteht. Diese teilen sich in zwei Gitarristen, einen Bassisten, einen Drummer sowie einen Keyboarder und einen Sänger auf. Zeitweise hatte man das Gefühl, dass sie fast keinen Platz auf der Bühne hätten, da sich neben dem ständigen Bewegen während der Lieder kaum noch Platz bot um nicht mit einem anderen Bandmitglied zusammenzulaufen. Dennoch konnten So Far From Home sich auch an diese Bühne anpassen.

Einer ihrer ersten Songs war Amber’s Story, welcher bereits vor einem knappen erschienen ist und auch mit einem Video versehen wurde. Wer So Far From Home bereits kannte, bekam eine angenehme Sammlung ihrer Lieder, welche sie leider – wegen des Verzugs im Time Table – etwas kürzen mussten.

Hervorzuheben ist bei SFFH besonders der spielerische Klang, mit welchen sie einen besonderen Tiefgang ihrer Musik bewirken konnten. So wurde Frontmann Viktor Gfrerer auch mit starken Backvocals, die unter anderem von Keyboarder Roman Rupp kamen, unterstützt. Beginnend vom ersten Lied hatte man den Eindruck, dass man sich vor einer Band befand, die sich mit ihrer Musik auch nicht vor internationalen Bands verstecken müsste und ohne weiteres am Markt mithalten kann. Da sich die Gesänge der beiden Vocals recht stark unterschieden, konnten sie immer wieder eine Abwechslung in die einzelnen Nummern bringen.

Obwohl sie ihr Set kürzten, waren die Fans begeistert. Dennoch herrscht eine etwas sentimentale Stimmung, wie man es anhand ihrer Gesten ablesen konnte. Der Grund dafür war jener, dass es das letzte Konzert ihres Bassisten Flo Auer gewesen sein wird. Dieser verabschiedete sich mit diesem Konzert nach 8 Jahren von der Band und den Fans, doch zuvor konnte er während der Lieder noch ein wenig mit kleineren Raps das Publikum beeindrucken, anheizen und auch wieder beweisen, wie SFFH ohne weiteres mehrere Stile miteinander kombinieren kann.

An dieser Stelle wünschen wir ihm alles Gute und auch der Band, auf dass sie einen würdigen Nachfolger finden mögen!

 

BOONDOCK RADIO

Nachdem bei SFFH die Bühne mit Verstärkern vollgestellt war, wurde bei Boondock Radio alles eher gering gehalten. Die Drums wurden auf das minimalste Equipment beschränkt, Gitarre und Bass waren ohnehin nur jeweils einmal vorhanden. Dennoch benötigten auch sie ein wenig Platz, da sich der Rest an etwas originelleren Folk Instrumente wie Banjo, Mandoline und Violine bediente. Gelegentlich kam auch eine Mundharmonika zum Einsatz.

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Boondock Radio unterschieden sich in dem Fakt von den anderen Bands, dass sie keine eigenen Lieder sondern nur verschiedenste Coversongs spielten. Diese liefen allerdings nicht wie bei anderen Coverbands ganz normal nach demselben eins zu eins Schema ab, sondern  etwas unkonventionell und wurden aufgrund ihrer Besetzung an den Instrumenten ganz neu interpretiert.

Während man am Anfang noch den Eindruck hatte, als wäre Sänger Niko Karner gesanglich noch nicht ganz warm, legte sich das mitgleich wieder, als sie ihren zweiten Song starteten und spätestens bei ihrer Version von Metallicas Unforgiven war der anfängliche Ausrutscher vergeben und vergessen.

Wenn diese Band eines konnte, dann war das definitiv für Stimmung zu sorgen. So gab es keine Person, die nicht irgendwie das Tanzbein geschwungen hatte. Manche waren darin besser, manche weniger gut, was aber auch nicht weiter ein Problem sein sollte, da die Band auch musikalisch auftrumpfen konnte. Mit ihrer ausgewogenen Mischung aus Pop-, Punk-, Metal- und Chartsongs war bei Boondock Radio wohl für jeden Geschmack etwas dabei.

Ihre Musikmischung zieht wohl auch daher, dass sich die Bandmitglieder Jahre vor dieser Zusammensetzung in verschiedensten Sparten bewegten. Die Ursprünge der einzelnen Musiker bewegen sich zwischen Irish Folk Punk bis hin zu Metalcore. Und es ist genau diese Affinität zu dieser Musik, welche Boondock Radio im Vergleich zu anderen Bands authentisch wirken lässt. Man bemerkt einfach, dass sie nicht nur jede Nummer spielen, sondern auch jeden von ihnen gespielten Song mitleben und vermutlich genauso abgehen und feiern würden, wenn sie das Lied aus dem Bereich des Zuhörers erleben würden.

IMG_7308Es sind diese kleinen Dinge, welche eine Coverband wie Boondock Radio groß und ehrlich wirken lässt. Es sind ihre Einflüsse und dass sie die Musik und die Lieder die sie spielen auch tatsächlich lieben. Wieso sollte sich das Publikum dann nicht mehr mitreißen lassen und eine Zugabe fordern?

Auch wenn eine Saite gerissen war, die Jungs wussten, wie sie die Stimmung den ganzen Auftritt lang halten und zum Schluss nochmal steigern konnten.

Wer Boondock Radio noch nicht erlebt hat, sollte das so bald als möglich nachholen!

 

HARMONIKA MAN

Die Aftershow Party in der sich nebenan befindenden Halle machte Harmonika Man! Wer Harmonika Man ist? Harmonika Man ist ein Musiker welcher (wie nicht anders zu erwarten) mit einer Harmonika auftritt. Dabei wird er von einem DJ unterstützt, welcher immer wieder einen Mix aus House und Dance auflegt. Leider hatte es den Eindruck, dass sich dieses Gespann zwar als Ausklang des Abends auszeichnen konnte, jedoch die Partystimmung von Boondock Radio nicht aufrecht halten konnte.

Da es unmittelbar nach Boondock Radio wieder zu regnen begonnen hatte, suchten all jene, die noch nicht weitergezogen waren, Unterschlupf in der Halle um an diesem Abend noch trocken zu bleiben. Es tanzten noch vereinzelt Leute zu Harmonika Man und zogen später von dannen und verließen das SUMMERBASH 2016 mit einem Gefühl der Zufriedenheit.

Da das Festival in kleinen Rahmen gehalten wird, die Mitarbeiter und Veranstalter gemeinsam zusammenhalten und ohne große Konditionen arbeiten, teilweise sogar ehrenamtlich am Festival mithelfen, konnte sich diese Veranstaltung doch gegen andere Festivals behaupten da es an fast nichts fehlte, was man in dieser Größenordnung erwarten würde und auf diese Art und Weise, mit den verschiedenen Ständen, Zelten und der durchgemischten Musik eine großartige Veranstaltung liefern konnten, welche man auch gerne weiterempfehlen kann und wird.

SUMMERBASH 2017, ihr seht uns wieder!

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