Spotting at Poga – (Karma Klub/Manchester Snow)

Indie Rock brachte der Mittwochabend bei der unregelmäßigen Spotting Veranstaltung in der Grazer Postgarage. Während es bei einer altbewerten Partie zu Neuerungen kam, brachte eine neue Partie Altbewertes. Gemeinsam teilten sich die Bühne die Grazer Band Karma Klub und das Salzburger Trio Manchester Snow.

 

Karma Klub

Die vier Jungs von Karma Klub traten vor einer gefühlten Ewigkeit das letzte Mal in Graz auf. Ihre letzte Show lag bereits Monate zurück. Das bemerkte man auch anhand des Publikums, welche schon recht aufgeregt wirkten, diese Dance-Beat-Band wieder live erleben zu können. Um kurz nach 9 ging es dann auch schon los. Karma Klub starteten ihrer Show mit vielen bekannten Songs aus ihrem Set, welche sich unter anderem auf der EP Four Beats On  Top wiederzufinden sind.

Eine Abwechslung boten sie, in dem nicht die Gitarre mit dreckig fetzigen Solis beglückt wurde, sondern diesmal auch bei einigen Songs auf einen Synthesizer gewechselt wurde, der extremere digitale Klänge bieten konnte. Obwohl das Konzert vorab unter einen schlechten Stern stand – in den vorangegangen zwei Wochen ging so ziemlich das ganze Equipment aufgrund von Alterserscheinung ein, wie die Band im Gespräch nach dem Konzert verriet – konnten sie sich mit dem neuen Equipment bis auf ein paar Probleme bei der Mischung der einzelnen Instrumente gut bewähren. Ein Auftritt nach längerer Pause kann für eine Band immer etwas turbulenter sein, da man sich mit den ersten Tracks erst wieder richtig warm spielt.

Karma Klub boten eine Abwechslung zwischen Gitarren phrasierten Indie Rock Klängen und einen durch extreme  Synthesizer klänge hervorgerufenen Indie Pop Sound. Persönlich konnte man sich es aussuchen, welche der beiden Spielarten man besser finden will, jedoch boten die rockigeren Nummern die bessere Mischung der einzelnen Instrumente, während der Synthesizer gegenüber dem Bass etwas zu leise ausgefallen war.

Den Abschluss ihres Auftritts erbrachten sie wie den Start, mit jeder Menge bekannteren Nummern –  unter anderem ihren kleineren Hit Privat Prophecy – und einer Menge an Gitarrenrock, welcher schnell über den Synthesizer hinweg sehen ließ, da sie sich Karma Klub einfach ihres Dance-Beats hingeben konnten, welcher durch die verruchten Gitarrenklänge optimiert wurden.
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Manchester Snow

Die seit knapp vier Jahren bestehende, aus Salzburg angereiste Band Manchester Snow, waren in ihrer jungen Bandgeschichte für diesen Auftritt das erste Mal in Graz. Dadurch noch recht unbekannt, war es am Anfang fraglich, wieviele Leute sich nach der lokalen Band Karma Klub noch in der Postgarage aufhalten würden. Am Ende waren es dann noch einige die geblieben sind und sie sollten keine Enttäuschung erleben.

Der Sound von Manchester Snow wurde mir schon online nahegebracht, jedoch besteht bei vielen Bands ein wesentlicher Unterschied zwischen ihren Aufnahmen und ihrer Liveperformance. Nicht so bei Manchester Snow. Auch wenn es recht umstritten ist, mit Backtracks aus dem Computer zu arbeiten, erzielen sie so doch den Sound des fehlenden vierten Gitarristen den, wie sie im Anschluss des Konzertes meinten, leider noch nicht leisten können. Es viel jedoch bei einigen Liedern sehr auf, dass ein Teil der Melodie aus dem Off kommt und der Band nur noch wenig Freiheiten bei ihrer Show übrig lässt.

Kritisch gegenüber der Arbeit mit dem System um die Backtracks, betrachtete man sich das Konzert. Wer jedoch nichts davon wusste, erlebte einen vollen Sound in einer unglaublichen Dynamik. Nicht nur, dass sie ihrer Instrumente gut beherrschten, sie konnten auch noch diesen Indie Rock Sound popig klingen lassen, ohne an rockiger Energie zu verlieren. Eine angenehme Überraschung bot auch Drummer Niklas Mayr mit einer ausgefeilten Technik, die zwischen verschieden Rhythmen und Lautstärken variierte und aber auch mit seinem Talent, diese Technik in Kombination mit einem klaren Gesang einzusetzen.

Zu diesem Zeitpunkt kam auch der Wendepunkt der Kritik an Bands mit Backtrack. Es folgten neue Lieder, die auf dem nächsten Album folgen sollten, jedoch noch nicht recorded wurden und aufgrund dessen auch nicht im Backtrack vorhanden sind. Hierbei konnte die Band zeigen, wie gut sie als Dreierteam funktionieren konnte.  Das konnten sie wirklich unglaublich. Ausgetüftelte Harmonien zwischen Gitarre, Bass und Schlagzeug ergänzten die wunderbaren Gesänge der Salzburger.

Sie rockten auf diesem Wege bis zum ersten Ende weiter, welchem noch eine Zugabe folgte. Bei dieser stellte sich die Frage an das Publikum, ob die Zugabe lieber in der Menge oder auf der Bar gespielt werden sollte und man entschied sich am Ende für die Bar. Mit Akustikgitarre und Xylophon bewaffnet, zeigten sie dem Publikum noch eine kleine Unplugged-Einlage, welcher mit einem Sturm auf die Bühne und erneuten losrocken beendet wurde.

Manchester Snow sind definitiv eine Empfehlung für jede Person, die auf Indie Rock und eine gute Liveshow steht.
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