Shock Us All Night Long

Die Temperaturen fallen, die Nächte werden länger und kälter. Was bringt uns der Herbst nach Österreich? Ein Brise finnischen Monster Rock mit heißer Show, harten Klänge und scharfen Klingen. Lordi besuchten Österreich und wir statteten ihnen einen Besuch im Grazer Explosiv ab.

Mit dabei waren die Schweizer Goth Shocker Silver Dust und die finnischen Hard Rocker Shiraz Lane.

Shiraz Lane

Den Anfang machten die 2011 gegründeten und noch relativ jung wirkenden Shiraz Lane welche wohl komplett in das Klischee einer Hard Rock/Glam Rock Band gefallen sind. Mit klatschenden Riffs und schweren Gitarren bewaffnet betrat die 5-köpfige Band die Bühne und rockte was die Stage hergeben konnte.

Die Band hat sich in den letzten Jahren bei verschieden Veranstaltungen durchgesetzt und konnten zuletzt auch bereits das Wacken mit ihrer Präsenz beehren.

Shiraz Lane
Shiraz Lane

Dass sie sowohl den dritten Platz bei dem Emergenza Festival belegen konnten als auch den ersten Platz bei dem Hard Rock Rising erreichten kommt nicht von irgendwo. Die Band weiß es zu verstehen, wie sie das Publikum mit ihren harten Klängen anheizen und zum Trainieren der Nackenmuskeln motivieren konnte. Ebenso übersprang jene Motivation, mit welcher Shiraz Lane die Bühne betraten, auch auf das Publikum über und waren ein starker Opener für diesen Abend.

Wer sich für klassichen Hard Rock interessiert, sollte diese ambitionierte junge Band im Auge behalten, da sie der nächste größere Export aus dem Norden sein könnte.

 

Silver Dust

Für Silver Dust musste die Bühne ein wenig umgebaut werden. So fanden sich neben Containern, einer historschen Kerzenlampe und einer abgesägten Schrotflinte auch noch auch noch ein vermeintlicher Spiegel auf der Bühne wieder.

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Silver Dust

Dieser Spiegel stellte sich, nachdem es im Saal dunkel wurde, sehr schnell als Bildschirm heraus, auf welchem ein Video gezeigt wurde, wo ein Mann mit einem Kerzenhalter aus einem Turm spaziert und nach etwas sucht. Auf diese Art und Weise betraten schließlich Silver Dust die Bühne und die dabei erzeugte finstere und düstere Atmosphäre wurde durchgehend beibehalten.

Optisch wirkten sie ebenfalls sehr mittelalterlich und durchdacht. Ein wenig hatte man den Eindruck, als wäre man auf einer düsteren Feier irgendwo im 17. oder 18 Jahrhundert.

Silver Dust
Silver Dust

Ihre Lieder waren wie ihre Bühnenperformanz dunkel und unheimlich. Spielerisch wurde viel mit Backtracks gearbeitet, was aber der Stimmung nichts anhaben konnte sondern die Show noch weiter förderte, da sich dadurch verspielt mit dem Spiegelbildschirm arbeiten konnten. Ob es nun eine Frau war, die verführerisch verhext tanzte und dazu sang, oder ob nun mit einer Flinte Löcher in den Spiegel geschossen worden sind bis hin zu einem Duett von Gitarre auf der Bühne und Orgelspieler im Video. Silver Dust wussten ihre Möglichkeiten auszunutzen und mit ihnen das Publikum immer weiter in ihren finsteren Bann zu ziehen.

Zuletzt überzeugten sie nicht mehr mit elektronischen Instrumenten, sondern trommelten sich und das Publikum ins Schattenreich.

Silver Dust waren ein sehr gelungener Übergang zwischen dem Glam Rock von Shiraz Lane und dem Monster Rock von Headliner Lordi.

Silver Dust
Silver Dust

Lordi

Eine große Bekanntheit erreichten Lordi 2006 als sie als Sieger des Eurovision Song Contest mit ihrem Song Hard Rock Halleluja für Finnland hervorgingen. Was folgte waren die ersten großen Tourneen der Band außerhalb ihres Heimtlandes. Zwar spielten sie sich bereits in den Jahren davor durch kleinere Clubs in Europa, es fehlte jedoch noch die Bekanntheit.

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Lordi

So kam es, dass Lordi das erste Mal seit 10 Jahren wieder in Graz aufgetreten sind, was unter anderem dem Österreichischen Metal- und Jugendverein sowie den Klangform Kulturverein zu verdanken ist, die diesen Auftritt erst ermöglicht haben.

Es hat sich definitiv für sämtliche Besucher gelohnt, da Lordi beweisen konnten, dass sie nicht nur Hard Rock Hallelujah  sind sondern noch wesentlich mehr unglaublich gute Lieder zu bieten haben.

>>“Es ist scheiße heiß hier“ – Mr. Lordi<<

Wie es zur Band um Frontmann Mr. Lordi, welcher auch zum Präsidenten der Kiss Army Finnland gewählt wurde, nicht passender sein könnte, ertönte als Warm-Up Song God of Thunder von KISS aus den Lautsprechern des Explosivs Graz. Darauf betrat die Band auch schon zum Intro die Bühne, welche wie ein verdorrter Wald aus einem Horrorfilm aussah. Mit dunklem Licht konnten sie diese gruselige Atmosphäre sehr gut in Szene setzen und halten.

Lordi
Lordi

Jeder der einzelnen Mitglieder bei Lordi erhielt seine Zeit im Rampenlicht für einen Soloauftritt und einstudierter Show. Oft genug wurde die Roadcrew auf verschiedenste Art und Weise zerstückelt, zersägt oder gefoltert. Es bot sich eine Horroshow die faszinierte und schockierte.  Immer in Kombination mit den Liedern, die sich in der gut 24 jährigen Bandgeschichte zusammengetragen haben.

>>Fact: Lordi wurde 1992 als Soloprojekt von Mr. Lordi gegründet. Ab 1996 wurde daraus die Band Lordi, welche erst 2002 einen Plattenvertrag bei BMG Finland erhielten.<<

Zwischen den einzelnen Liedern zeugte Frontmann Mr. Lordi von großem Humor. Er wusste immer wieder zu Scherzen und erklärte mit den Worten „Es ist scheiße heiß hier!“ gleich zu Beginn, wie es sich in der Halle anfühlte. Damit hatte er auch komplett recht, da sich die headbangende Masse zu der hervorragend aufgebauten Setlist austobte.

Neben altbewährten wurden auch neue Songs gespielt, worunter sich auch die aktuelle Single Hug You Hardcore befand. Dennoch konnte eine Nummer mehr als die anderen hervorstechen und diese lautete Down with the Devil.

Bereits im Zweiten Chorus konnte man das Publikum zu diesem Lied mitgröllen hören. Es geht sofort ins Ohr und animiert zum Mitsingen. Der Aufbau und die Dynamik stechen hervor und man kann nur hoffen, dass sich dazu eine Single aus dem kommenden Album absetzen wird.

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Am Ende gab es noch einmal eine große Mitgröllparty mit Hard Rock Hallelujah, Sincerely with Love, Devil is a Loser und auch der Single, welche 2002 die erste nach ihrem Plattenvertrag war und sie in Finnland auf Platz 1 katapultierte und Goldstatus erreichte, Would You Love a Monsterman?.

 

Durch und durch war nicht nur der Auftritt von Lordi, sondern der ganze Abend, welcher dem Österreichischen Metal- und Jugendverein sowie den Klangform Kulturverein zu verdanken ist, ein voller Erfolg, so dass jede Besucherin und jeder Besucher voll auf seine Kosten gekommen ist und bestimmt noch länger von diesem unglaublichen Konzert berichten wird.

 

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