Schnell & Laut

Wenn das Konzert am vergangenen Pfingstsonntag eines war, dann war es definitiv laut!

Man könnte meinen, dass sich an einem solchen Abend noch weitere Lokale und Clubs bereiterklären würden, ihre Pforten zu öffnen um den daurauffolgenden, freien Montag auszukosten und den feierwütigen  Menschen eine Fläche zu bieten, sich auszuleben.

Dem war jedoch nicht so, weswegen sich die Partys und Feiern auf ein paar wenige Lokale erstreckte. Dies kam diesen Locations und auch den Bands, die sich an diesem Sonntag auf die Bühne wagten sehr zu gute. So auch den Bands Phil & the Dirt, Amy on a killing spree und Roadkill.

Was sich bei diesen drei Bands, welche  es alle bereits seit  längerer Zeit gibt, jedoch  nicht alle solange auf der Bühne stehen, noch zu nutzen kam, war die Tatsache, dass jeder, trotz ihrer frische als Band, ein paar Leute mitbrachten, welche sich miteinander vermischten und gemeinsam mit der Anzahl an Gästen, die eigentlich nur nach offenen Clubs suchten, eine ordentliche Anzahl an Konzertbesuchern pro Band ergab.

 

Amy on a killing Spree

So fanden sich für einen Sonntag unglaublich viele Leute bereits bei der ersten Band, Amy on a killing spree, ein.

Diese brachten unter anderem auch Fans aus Deutschland, welche für dieses Konzert angereist waren, mit. Schon mit dem Beginn des ersten Songs von Amy on a killing spree bemerkte man schnell, was den ganzen Abend auszeichnen würde: Lautstärke.

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Obwohl sie selbst von ihrer Musik eher melodisch hart, aber dennoch ruhig wirkten, drangen die  verzerrten Gitarren in jeden Kopf. Hervorzuheben ist bei dieser  Gruppe definitiv der Rythmussektor und das Writing der Melodien. Der Gesang ging an diesem Abend leider etwas unter und konnte nur wenig durch den Instrumentalsektor durchsickern. Ebenfalls wirkte die Stimme an diesem Abend recht nasal, jedoch erreichte sie mittels Effektüberlagerung der Stimme durch ein Effektpedal auch sehr interessante Höhepunkte, welche die Melodien der restlichen Besetzung von Amy on a killing spree recht gut ergänzen konnte.

Leider wurden ein paar ihrer noch-nicht-Fans von der Lautstärke zurückgedrängt, weswegen es vor der Bühne etwas leer erschien, obwohl doch eine ordentliche Anzahl an Personen den Opener besuchten.

 

Phil & the Dirt

Weiter ging es mit einer Band, der bereits ein ganzer Beitrag zu ihrer Releaseshow gespendet wurde: Phil & the Dirt.

Aufgrund des positiven Feedbacks und ihrer viralen Werbung in sozialen Medien, konnten Phil & the Dirt bei ihrem ersten Gig in Graz bereits ebenfalls viele Personen organisieren und motivieren und haben das Interesse daran, sich die Band live anzusehen, in ihnen wecken können.

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Phil & the Dirt begannen mit dem, was ihnen am besten liegt, mit tiefen und harten Gitarrenriffs kombiniert mit ein wenig Keyboard zum Intro, bevor sie zum ersten Song mit 3 dröhnden Gitarren loslegten. Würde eine Band der letzten Monate das Anrecht auf das Wort dröhnend haben, dann vermutlich Phil & the Dirt. Dieser Begriff ist mit Abstand das beste Wort, um ihren Klang zu erklären.
Leider wurde auch ihnen die Lautstärke etwas zum Verhängnis. Auch wenn Lautstärke ein wichtiger Punkt der Rockmusik ist, ist eine zu starke Lautstärke leider nicht fördernd, wenn sich der Konzertraum auf ein kleineres Areal beschränkt.

Die Band zeigte sich bei der Performance bei weitem weniger nervös als bei ihrer Releaseshow. Auch erweckte es den Anschein, dass Frontmann Phil Hauser an diesem Abend wesentlicher fitter wirkte und das Publikum gemeinsam mit seinen Bandkollegen mit spontanen Scherzen sehr gut bei Laune hielt. Man konnte ihnen ansehen, dass sie einen unglaublichen Spaß an ihrer Show hatte, obwohl sich ein paar wenige Zuschauer aufgrund der Lautstärke an die Bar flüchtenden. Diese gaben sich später dennoch von den Riffs begeistert.

 

Roadkill

Nach dem Ende von Phil & the Dirt wurde von einer 5 Musiker starken Band reduziert und für die 3 Jungs von Roadkill platzgemacht.

Roadkill hatten bereits ihre ersten Shows hinter sich und rifften sich im Sinne des Speed Metals bereits seit 2014 durch die heimische Metal Landschaft. Wer sich diese Band noch nicht einverleitet hat, sollte sich jetzt ranmachen. Momentan sind die 3 Metalheads am fertigen ihres ersten Albums, welche sie vorraussichtlich bei ihren Konzerten ab September mit auf Tour haben werden.

Wer sich die Band bis dahin nicht ansieht, sollte jetzt schnellstmöglich seine Nackenmuskulatur trainieren, da diese bei Roadkill stark strapaziert werden und sich untrainiert am nächsten Tag so anfühlen wird, als  wäre ein Auto über sie gefahren.

Was bei Roadkill gleich auffiel, sie waren im Vergleich zu den vorangegangen Bands wesentlich leiser aus, hatten dafür aber nicht weniger Kraft in ihren Instrumenten. Sie legten von Anfang an mit einem extrem harten Tempo vor – was ihr Genre Speed Metal schon spoilern hätte können.

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Gesanglich topten sich Gitarrist Peter Tödling und Bassist Manuel Schober immer wieder gegenseitig. Wenn gerade keiner von ihnen den Gesang übernahm, trumpften sie mit schnellen und präzisen Instumentalelementen auf, welche durch Drummer Phil Wild hervorragend unterlegt und verstärkt wurden.
Bei diesen Riffs und Klängen war es kein Wunder, dass sich ab dem ersten Ton sämtliche Köpfe bewegten und Haare durch die Gegend flogen.

Mitten im Set überraschend sie die Leute mit ihrer Coverineterpretation von The Four Horsemen, welche auch den letzten im Konzertraum zum mitgrölen bewegen konnte.

Immer wieder spielten die Musiker sich gegenseitig Mimiken und Gestiken zu, die aufzeigten, welch ein eingespieltes Team die beiden sind und sie offensichtlich Spaß an dem hatten, was sie machten. Diese Situationen wiederum steckten das Publikum ebenfalls mit guter Laune an, so dass es außer Frage stand, dass nach ihrem Konzert noch eine Zugabe gefordert wurde, mit welcher sie die eingefleischten und neugewonnen Fans sehr begeistern  konnten. Zuletzt kündigten sie diese Zugabe mit Gedanken an einen verstorbenen Menschen an und spielten danach von Motörhead Ace of Spades und wie es nicht anders sein könnte, grölte das Publikum mit, was ihre Kehlen noch hergaben.

 

Somit beendeten Roadkill einen von Lautstärke, Melodien und Geschwindigkeit geprägten Abend mit einem hervorragenden Finale.

Da die Nacht noch jung war, trafen sich Musiker und Crowd danach an der Bar, um gemeinsam noch ein, zwei Weichsel oder Feuerholz zu trinken. Wer nicht die Sonne aufgehen sah, der tanzte und feierte vermutlich noch immer bei der Aftershowparty weiter bis in den frühen Vormittag.

 

Trotz der Probleme mit Lautstärke bei den ersten beiden Bands, war es ein durchaus gelungener Konzertabend, von welchen man sich die eine oder andere Band bestimmt ein zweites Mal ansehen wird.

 

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