Punk ‚em All – March 2017 (Down in Basement/Freigang/NUFO)

Man kann sich überraschen lassen. Man kann sich überzeugen lassen.  Aber an diesem Abend bekam man noch weit mehr, als Überraschungen und Überzeugungen. Das monatliche Punk ‘em All zeigte, wie vielfältig Punk Rock sein kann und gleichzeitig, wie zeitlos dieses Genre sich durch die letzten Jahrzehnte bewegte. Mit Down in Basement, Freigang und den Local Heroes NUFO, konnte sich das Publikum einen Eindruck von 3 unterschiedlichen Stilen machen.

 

Down in Basement

Zwei Gitarren, einmal Bass und mit Drums begann die erste Band des monatlichen Punk ‘em All im März. Down in Basement lautet der Name dieser Band, welche nun ihre bereits auf Soundcloud veröffentlichten Lieder endlich live präsentieren konnten.  Ohne großes Opening legte die noch unbekannte Deutsch Punk Band aus Graz los. Mit klassischen Texten, die zum Erwachen und zum Kampf gegen die Unterdrückung aufrufen, fühlte man sich zurück in die 70er oder 80er Jahre versetzt, als diese Deutsch Punk Texte auch national noch immer recht aktuell waren. Jedenfalls boten sie mit ihren Liedern einen textlichen Kontrast zu vielerlei Saufgelagen, die man mittlerweile an jeder Theke hören kann.

Am Anfang noch wirklich spannend, wurde das Konzert mit zunehmender Dauer immer langatmiger. Lieder mit einer Länge von mehreren Minuten sind spannend, wenn etwas passiert und sind auf einer Aufnahme sehr Konsumentenfreundlich, können jedoch live auf die Dauer sämtliche Schwierigkeiten mit Time und Rhythmus aufzeigen lassen. Leider wirkte es teilweise so, als würde die Band in einigen Lieder und Passagen etwas unkoordiniert sein, konnten dies aber durch verschiedenen Blickkontakt während den einzelnen Lieder wieder etwas entgegenwirken und so dem Publikum den Spaß am Konzert weiter vermitteln und aufrecht erhalten.

Nach einer knappen Stunde wurde die Band mit ihrem letzten Song verabschiedet. Hier holten sie nochmal einiges an Energie aus ihnen raus, um das, bereits recht langatmige, letzte Drittel noch gut ausklingen zu lassen und die Zuseherinnen und Zuseher auf die zweite Band Freigang vorzubereiten und anzufeuern.
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Freigang

Eine unglaubliche Überraschung boten die Wiener Punk Rocker Freigang. Unübersehbar standen da gefühlte Urgesteine des Punk Rocks auf der Bühne. Eine vierer Kombination mit unglaublich viel Energie und Power. Mit dem ursprünglich aus den USA stammenden, mittlerweile seit Jahren in Österreich lebenden Sänger Ben Goodspeed, ergänzte die Band ihre musikalische Stärke noch mit einem extrem überzeugenden Punk Rock Sänger, dessen Stil an Greg Graffin (Bad Religion) oder Jim Lindberg (Pennywise) erinnert.

Mit eben jenen Spirit, legten die vier Jungs aus Wien los und konnten von Beginn an das gesamte Publikum für sich gewinnen. Irgendwo zwischen simpel und doch komplex liegen die Melodien der Band. Wer sich die Instrumente, allen voran die Gitarre samt Gitarristen Wolfgang Mühlegger, welcher nicht auf Effekte verzichtete, diese aber bewusst und dezent einzusetzen wusste, genauer betrachtete, stellte das maschienenhafte arbeiten für den optimalen Punk Beat fest. Sie ergänzten die Rhythmen der Lieder perfekt und erzeugten einen wunderbaren Punk Rock Sound, der einen quasi dazu zwingen konnte, sich zu bewegen anstatt nur rumzustehen.

Es gibt wirklich wenige Punk Rock Bands, die einen die Größe und den Spirit eines ganzen Festivals in einer kleinen Venue wiedergeben können, aber Freigang können dies definitiv. Sei es wegen der drivenden Drums oder wegen des schiebenden Basses, aber Freigang können alles in allem begeistern und überzeugen.  Mit jedem einzelnen Song gab es Stimmung pur, nicht nur auf, sondern auch vor der Bühne. Ob nun bei instrumentalen Parts oder bei Mitgrölchoren wie in Boom Boom USA, jeder einzelne Teil der Show von Freigang ist ein Erlebnis für sich. Deswegen war es auch nicht weiter verwunderlich, dass das Publikum noch mehr wollte und eine Zugabe forderte, welche sie auch bekommen sollten. Selbst mit der Zugabe konnten Freigang nochmal ordentlich eines draufsetzen und dem Publikum einen ausgezeichneten Abschluss ihrer Show liefern.

Aufgewärmt schmeckt nur Gulasch gut, deswegen sollte das heiß gespielte Publikum noch in dieser Hitze bleiben, da es kurz nach Freigang mit dem letzten Act des Abends losgehen sollte.
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NUFO

Die seit 1995 praktizierenden NUFO machten an diesem Abend den Abschluss des monatlichen Punk ‘em All des Grazer Club Wakuums. Eingefleischte Fans freuten sich auch zu späterer Stunde noch auf die Grazer Punk Rock Band mit den einschneidigen melodischen Klängen. Ganz im Stile der 90er erhalten, lieferten sie eine Show mit viel bekannten, aber auch einigen neuen Liedern und konnten auf diese Weise sowohl neue als auch alte Fans wieder von sich überzeugen.

Wer NUFO schon live gesehen hatte, dem war bereits bewusst, was für eine Stimmung bei ihnen auf der Bühne aufkommen kann. Es scheint als feiern sie sich und auch die Musik vom ersten bis zum letzten Ton. Stilistisch in den 90er der Generation Offspring, konnten sie sich, im Gegensatz zu vielen anderen Bands, weiterentwickeln und doch ihren Stil treu bleiben konnten.

Bis spät in die Nacht lieferten NUFO noch Partystimmung pur und einen wunderbaren Abschluss für das monatliche Punk ‘em All. Mit stimmungsvollen Ambiente durch die Musik hervorgerufen und Bands, die jede für sich unterschiedlich, aber dennoch eine hervorragende Ergänzung zueinander und eine angenehme Abwechslung die verschiedenen Genres für das Publikum waren. Neben NUFO aber definitiv die Überraschung schlechthin boten die Wiener Freigang, welche man sich, und man kann nicht oft genug sagen, unbedingte einverleiben sollte, da sie eine unglaubliche Energie wiedergeben können. Am Merchstand konnte man sich noch eine auf hundert Stück limitierte rote Vinyl von Freigang oder CDs von NUFO besorgen, welche in keiner Punk Rock Sammlung fehlen sollten!
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