Punk ‚em All – February 2017

Bücher-, Surf- und Straßenpunk. Weder sollte man auf einen Surfboard lesen, noch kann man auf einer Straße surfen und man sollte auch keine Bücher einfach auf die Straße werfen. HC Roth, Death Before Digital und !MesS! haben eine außergewöhnliche Kombination geboten, die etwas für sich hatte.

 

HC Roth

Er schreibt Kinderbücher und hält Lesungen. Doch für diesen einen Abend, tauschte er die Feder gegen die Gitarre und zeigte, dass er sich auch als lyrischer Liedermacher und Protestsongcontestler behaupten kann. Neben Klassikern, die sich auf seiner MC (MusiCassette; Musikkassetten sind die Dinger, die man noch mit einem Bleistift aufspulen konnte und von denen der Begriff Mix Tape entstammt) befinden, die ab und zu noch hie und da auftauchen. Wer sich keine dieser MCs mehr ergattern konnte, darf auch einen Blick auf seine (wie von vielen Musikern) verwahrloste Myspace Seite schauen. Unter anderem gab es an diesem Abend Lieder wie Ronald Mc D. oder auch Hirn aus Kleister, welches eine nette Anekdote an den Bürgermeister von Graz ist, das bestimmt auch in der seinigen Playlist auf dem Smartphone wiederzufinden ist.

HC Roth – Anarchopunk und Kinderbuchautor überzeugte aber nicht nur mit seinen Mitgrölklassikern, sondern auch mit einem spontanen Poetryslamvortrag und einem, ursprünglich für den Grazer Protestsongcontest neugeschrieben Song, der sich aus mehreren umgedichteten Kinderliedern zusammensetzt. Wo auch immer die Politik ihren Unfug treibt, wo auch immer ein Rechter im Keller lacht, HC Roth wird da sein und einen Text über das Geschehen verfassen.

Politischer Punk leidet oft daran, dass die Musik nicht zeitlos ist – was meist ein positives Zeichen für eine gesellschaftliche Entwicklung ist. HC Roth findet immer wieder neues, und leider auch noch viel altes, was aber seinem Auftritt nicht schaden wird, da er mit diesen Liedern auf Probleme der Struktur aufmerksam macht und gleichzeitig für eine grenzgeniale Unterhaltung sorgt.
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Death Before Digital

Cooles Drumset, heiße Gitarren und sexy Outfits. Drei Eigenschaften, die den ersten Eindruck über Death Before Digital recht gut wiedergeben können. Wenn sie erst loslegen, überzeugen sie noch weiter mit ihrer ausgefallenen Mischung aus Surf, Punk und Rock’n’Roll. Für das Publikum bedeutete das feinste Musik, zu der man sowohl pogen, headbangen als auch auf sonstige Art und Weise die Hüfte schwingen konnte.

Sowohl Fans von Hard Rock Bands wie Airbourne oder Metal Bands al á Steel Panther als auch Besucherinnen und Besucher die die Ramones als größte Band aller Zeiten loben, konnten mit dem musikalischen Stil und der Vielfalt einiges anfangen. Die Band verkörperte Lebenslust und Spaß an der Musik, was unweigerlich sofort auf das Publikum übergeht. Dennoch war die Band nicht nur unterhaltsam, sondern überzeugten auch technisch mit ausgefeilten Riffs und verrückt eingängigen Drumbeats. Zuerst gar nicht so, während des Konzerts allerdings auffallend war, dass die Band über eine Besetzung verfügte, bei der man noch einen Musiker oder eine Musikerin vermissen würde.

Death Before Digital bestehen aus zwei Gitarristen und einem Drummer, rocken aber gemeinsam ohne musikalische Verluste jede Venue. Wer sie gesehen hat, kann sie fast nur wärmstens weiterempfehlen, da die Band noch eine blühende Zukunft bevorsteht, wenn sie ihren Stil treu bleiben und weiter diesen Weg bestreiten werden.
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!MesS!

Den Abschluss des Abends machte die Kapfenberger Street Punk Band !MesS!. Was die erst 2016 gegründete Band zu so besonders macht, ist ihre lockere Art und Weise, mit der sie auf die Bühne gehen. Wie sie sich selbst und ihre Texte beschreiben „Tales straight from the heart. No politics! We care but Don’t cry about it!! Life s too Short!!“, und genau das bekommt man. Geschichten, die sie selbst betreffen, mit hundert Prozent ehrlichen Punk Rock und den dazugehörigen Riffs.

Auch wenn !MesS! erst 2016 gegründet wurde, grenzen sie sich von anderen „Punk“ Bands ab, da sie einfach diese Art haben, in der es darum geht, das Leben zu genießen und zu zelebrieren. Selbiges gilt für die Spielweise der Lieder. Eine Punk Rock Song jagt den nächsten und !MesS! spielen sich sehr gut als Abschluss des Abends. Mit dem vom Acoustic Punk HC Roth begonnen,  der am Merch noch seine Bücher verkaufte und für das ein oder andere Bier zu haben war, weiter über Death Before Digital, die sich seit dem Eintreffen am Feiern waren, blideten !MesS! einen krönenden Abschluss.

!MesS! jagen momentan eine Show nach der anderen, was auch leicht erklärbar ist, da die Band einfach verdammt gut ist. Sie wirken niemals so, als ob sie etwas sein wollen, das sie nicht sind und schon gar nicht wirken sie, als ob sie gerne wie eine andere Band wären. !MesS! macht !MesS!, und das ist auch gut so. Sie ziehen ihr Ding durch, und gewinnen damit immer mehr an Fans.

Man sollte ihre Facebook Seite abchecken um herauszufinden, wann die nächste Show ansteht, um sich live selbst davon zu überzeugen!
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