NOVAROCK – Tag 1

Wow! Einfach nur wow! Was sich am NOVAROCK 2016 bei manchen Bands abgespielt hat, war einfach nur der Wahnsinn.

Natürlich schwärmen die meisten von den großen Headlinern wie Korn, Volbeat und anderen, aber wir wollen hier auch einen kleinen Blick auf die Bands werfen, welche uns abseits der Headliner ebenfalls sehr imponiert haben.

Bloodsucking Zombies From Outer Space

Einen grandiosen Start am Freitag machten die Amadeus Award Gewinner/Zerstörer Bloodsucking Zombies From Outer Space auf der Red Stage. Obwohl es erst 14 Uhr war, fanden sich unglaublich viele Leute bei den B.Z.F.O.S. ein um mit ihnen eine blutige Eröffnung des Tages zu zelebrieren. Teilweise hörte man nach dem Auftritt, dass sich manche nur wegen dem Namen zum Konzert bewegten, danach aber voll und ganz von der Band überzeugt wurden. So konnten die maskierten und geschminkten Horrorbillys nicht nur mit geköpften Müttern, aus deren Schädel Blut spritzte, beeindrucken, sondern auch mit ihren musikalisch ausfallenden Stil der sich zwischen Horrorpunk und Psychobilly bewegt bei den Zuschauern trumpfen.

Was den Besuchern der B.Z.F.O.S. sofort ins Auge gestochen war, war das Drummer, Sänger und Frontmann der Band Dead Gein dieselbe Person war und sich mit seinen Stand-Up Drums gemeinsam mit seinen Kollegen am vorderen Bühnenrand befand. Die Band spielt sich in ihren Texten mit Geschichten von österreichischen Mördern und verarbeitet auch ihre Lieblingshorrorfilme in den einzelnen Liedern.

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Quelle: www.facebook.com/BZFOS

Als letzten Hit spielten sie noch ein  Medley welches mit „Auch wenn er morgen spielt sind wir uns nicht zu blöd, das Lied heute zu spielen“ angekündigt wurde. Gefolgt war eine Coverversion von Alice Coopers Poison. Das Medley umfasste mehrere Lieder, welche unter anderem Bands wie KISS beinhaltenden.

Die B.Z.F.O.S. waren ein gelungener Start in den Tag, konnten viele neue Fans gewinnen und alteingesessene zufriedenstellen. Zudem überraschten sie danach noch im Jägermeisterzelt mit einer Unpluggedperformance ihres Mörder Blues und nahmen sich im Anschluss für jeden Fan, der zum Autogrammzelt kam, die Zeit, sich mit ihm zu beschäftigen und mit jedem ein Foto mit zu machen.

 

Marcus Smaller

Dann gab es noch Bands und Interpreten wie Marcus Smaller, der eine ordentliche Anzahl an Leuten vor der Red Bull Brandwagen Stage versammeln konnte. Allerdings hatte er teilweise mit technischen Problemen zu kämpfen, da sein Mikrofon nicht  immer funktionierte. Auch merkte man den engen Zeitplan der Stage, welcher nur knappe 40 Minuten Spielzeit zugelassen hatte. Jedoch konnte Marcus Smaller mit Spaß und Humor den offensichtlichen Zeitdruck gut umwandeln und die Leute zum Singen, Tanzen und Klatschen bewegen.

Wer nicht gerade eine halbe Flasche Whiskey gefrühstückt hatte (Augenrollen/Anm.d.Vrf.), der konnte sich auch an diesen Tätigkeiten beteiligen und musste sich nicht an der Absperrung in der ersten Reihe festhalten. Was man bei Marcus Smaller immer wieder bemerkt ist die jahrelange Bühnenerfahrung, denn so konnte er auch auf die verschiedensten Situation spontan reagieren. Als es schließlich zum Song Echo kam, bat er einen Besucher um sein Capy, um eine authentische HipHop Atmosphäre zu erzeugen, ohne jedoch genauer auf das Logo zu blicken. Als er nach dem Lied das Capy wieder abgenommen hatte und einen Blick auf das Logo wagte, erkannte er, dass es sich um ein Merchandise von 3 Feet Smaller handelte und reagierte mit einem dezenten „Wollt ihr mich verarschen?“, worauf er das Capy wieder zurück zum Besitzer  warf.

Zum Ende seines Auftritts zeigte er nochmal Spontanität und konnte schlussendlich mit Let’s Got Let’s Go einen schönen Abschluss seines doch recht schnellen und anfangs gestresst wirkenden Auftritts hinlegen.

 

Gnackwatschn

Weiter ging es mit meinem persönlichen Headliner des Tages.

Das für 21 Uhr angesetzte Konzert von Gnackwatschn musste sich leider etwas verschieben, da manche Bands scheinbar nicht viel von Timetables halten. Was uns bei unseren Lieblings stört, nämlich eine zu kurze Spielzeit bei einem engen Timetable, stört uns bei den anderen Bands, welche davor spielen jedoch nicht und wir hoffen, dass es bald vorbei ist.

Egal ob es jemanden nervt, dass seine Lieblingsband zu kurz spielt, aber bei einem Festival in der Größe des NOVAROCK sollte ein Timetable eingehalten werden. Wie die Chilenen Pepperl bewiesen, welche einfach knappe 20 Minuten überzogen und bereits ab kurz vor 21 Uhr mit „Gnackwatschn“ Rufen von der Bühne gewünscht wurden, jedoch noch weitere 3, relativ fahle, Red Hot Chili Peppers Coversongs spielten, kann es demnach sehr anstrengend für Zuseher und Band werden, wenn man sich einer geplante Zeit widersetzt.

Als dann mit ein wenig Verspätung endlich Gnackwatschn beginnen konnten, war die Stimmung schon ordentlich aufgeheizt. So fand sich im Bereich der Ottakringer Fass Bühne kaum noch ein freier Platz zum Stehen. Die letzten Reihen stellten sich bereits auf Bierbänke und –tische, ein Konzertbesucher sprang sogar, als er auf dem Tisch stand, mitsamt dessen durch das Publikum bis zur Bühne.

Vom ersten Moment weg wurde gegrölt, getanzt und gesprungen. Zeitweise hatte man das Gefühl, dass sich der ganze Boden um einen guten halben Meter bewegte, wenn sämtliche Konzertbesucher zeitgleich sprangen. Es gab wirklich niemanden, der sich in dieser Situation nicht bewegte und nicht tanzte.

Von textsicheren Publikum bis zur Laolawelle durch Gnackwatschn war über Crowdsurfer und Stagediver bei diesem Konzert alles vertreten, was man finden konnte und machten den Auftritt gemeinsam mit der Band zu einem wahren Ausnahmezustand. Keine Band des heutigen Tages konnte eine solche Stimmung und Energie vor ihrer Bühne erzeugen. Man merkte sofort, dass diese Bühne für Gnackwatschn zu klein gewesen war und sie sich mit Sicherheit auch auf einer der beiden Hauptbühnen behaupten hätten können.

Ein ganz besonderes Schmankerl gab es auch für all diejenigen, die dieses Jahr nicht zum NOVAROCK fahren konnten, denn Gnackwatschn übertrugen einen Teil ihres Liveauftritts via Facebook. Auf ihrer Facebookseite kann man sich noch ein paar Eindrücke des unglaublichen Konzertes einholen und sich selbst von dieser Party überzeugen.

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Quelle: www.facebook.com/gnackwatschn

Es wäre wirklich kein Wunder, wenn Gnackwatschn in den nächsten Jahren eine der beiden Hauptbühnen des NOVAROCK bespielen würden, da sie auch dort eine unglaubliche Stimmung aufbringen könnten. Für mich waren sie der Headliner des Abends!

 

EAV

Der ultimative Late Night Act, welcher wohl selbst überrascht darüber war, sich auf diesem Festival wiederzufinden. Doch bevor dieser die Bühne betreten konnte, wurde von Veranstalter Ewald Tatar ein weiterer Act angekündigt, der sich allerdings erst nächstes Jahr auf dieser Bühne wiederfinden wird. Da Tatar allerdings meinte, dass diesen Act ohnehin niemand besser ankündigen konnte als der Act selbst, wurde über die Screens, welche sich links und rechts sowie hinter dem Technikertower befanden ein Video eingespielt, in welchem sich niemand anderer als die Legende David Hasselhoff für nächstes Jahr ankündigte.

Unter anderem ist diese Videoübertragung auf der Facebookseite des NOVAROCK Festivals abzurufen.

Danach ging es schließlich los mit der Ersten Allgemeinen Verunsicherung, welche gleich von Anfang an sozial- und gesellschaftskritisch mit ihrer Nummer Neandertal starteten und auf angezündete Flüchtlingshäuser sowie Xenophobie hinwiesen. Wer ihre Lieder nur von den Alben kennt, der dürfte ein wenig verwundert gewesen sein, da sie live etwas anderes klingen als auf den Alben. Dies liegt unter anderem daran, dass sich die EAV immer weiterentwickelt und so ihre Lieder nicht nur musikalisch sondern auch textlich immer wieder überarbeitet und den aktuellen Situationen anpasst.

Sind heute Bodybuilder hier? Du? Na geh, wos wüllst denn du, du Soletti mit Schultern?“ – Klaus Eberhartinger

Auch fiel auf, dass vielerlei Liebling und noch einziges Gründungsmitglied Thomas Spitzer an diesem Abend nicht vertreten war. Dies konnte man aber vorab schon ihrer Facebookseite entnehmen, an welchem sie angekündigten, dass sich Spitzer noch in Kenia im Tonstudio befindet und daher leider nicht dabei sein werden wird.

Weiter ging es mit einen Mix ihrer größten Hits, welche noch immer aktuell sind. So wurde in Burli unter anderem auch Fukushima erwähnt. Zu einem Highlight kam es bei dem Lied Küss die Hand, als sich vereinzelt kleinere Pogos bildeten, die sich im Laufe des Konzertes immer wieder zusammenfanden. Vermutlich hatte das selbst langjähriger  Conférencier Klaus Eberhartinger noch nicht gesehen. Selbiger scherzte auch mit dem Publikum und wusste es gekonnt aufzuziehen. So forderte er die Leute auf, ihre Zeigefinger in den Mund zu stecken und eine Mandoline zu simulieren, worauf er auf jemanden zeigte und meinte „Ah! Finger zurückgezogen, da war wohl jemand am Heisl und hat danach net händg‘waschn!

So verging die eine Stunde rasant und endete mit einem Lied, welches für ein Festival nicht passender sein könnte.  Die EAV stimmte zum Schluss noch a cappella ihr Lied Morgen an, in welchem satirisch mit ernsten Hintergrund das Leben eines Säufers besungen wird, der Morgen, Übermorgen oder vielleicht erst irgendwann ein neues Leben anfängt.

Zwischen Copacabana und Fata Morgana bot die EAV alles was das Fanherz begehrte. Was nicht Platz hatte, wurde noch in einem Medley zusammengefasst, bei welchem die Besucher wirklich alles bis hin zu dem Guru der 3 weißen Tauben mitsingen und mitzwitschern konnten.

Die EAV bot einen augezeichneten Abschluss für den ersten offiziellen Festivaltag und überzeugten mit Humor, guter Musik und einer unglaublichen Stimmung. Sie bewiesen, dass sie es noch immer drauf haben jedes noch so beliebige Publikum zu rocken, selbst wenn es die Band nun schon bald seit 40 Jahren gibt.

 

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