Live on Stage at Explosiv (Bananenkuchen/Mojo Skid)

Kennt die wer? Hat die schon jemand mal gesehen? Taugen die eigentlich was? Sollte man da wirklich hingehen? Und bestimmt noch viele weitere Fragen stellten sich wohl manche der Personen, die von diesem Konzert im Grazer Jugendkulturzentrum Explosiv Wind bekommen haben. Zwei noch relativ unbekannte Bands teilten sich an diesem Abend die Bühne im Barbereich des Explosivs und man kann durchaus skeptisch sein, wenn man sich neue Bands ansieht. Auf der anderen Seite spielten internationale Acts wie KISS auch ihre ersten Shows für nicht mehr als drei Personen. Nationale Acts wie Alkbottle oder Bilderbuch spielten ihre ersten Auftritte auch nicht vor tausenden Leuten, also warum nicht riskieren und sich einen neuen Act ansehen?

In diesem Fall handelte es sich um Bananenkuchen und Mojo Skid, welche zwei Dinge gemeinsam hatten: Den Drummer und den Gitarristen, ansonsten jedoch ziemlich verschieden waren…

 

Bananenkuchen

Recht zeitig starteten Bananenkuchen, da es zwar offiziell nach hinten kein genaues Zeitfenster für den letzten Ton gibt, es aber seit längerer Zeit im Jugendkulturzentrum Explosiv gehandhabt wird, dass die Konzerte so beginnen, dass die Gäste am Ende noch ohne weiteres die letzten paar öffentlichen Verkehrsmittel am sehr nah gelegenen Bahnhof erwischen können.

Von Beginn an legte die seit 2014 aktive Band Bananenkuchen mit ihrer Show los, welche primär aus Coversongs bestand. Ein netter Anfang für den Abend, jedoch etwas zu bunt gemischt für die Leistung. Sie konnten zwar bei den ein oder anderen ruhigeren Coversongs überzeugen und für eine gute Stimmung sorgen, schwächten dann aber gesanglich bei einem punkigeren Song wie Tick, Tick, Boom von The Hives leider etwas ab. Allerdings ließ dies die Stimmung nicht zu sehr kippen.

Stark hervor stachen die ruhigeren, eigenen Nummern, die sie für diesen Abend vorbereitet haben. Man konnte klar erkennen, dass sich darin die Stärke zeigt, die sich die Band über die letzten zwei Jahre erarbeitete. Obwohl sie ein wenig mit technischen Problemen zu kämpfen hatten, konnten sie mit den eigenen Liedern gut bei dem Publikum ankommen. Wir wünschen uns mehr davon, und weniger Coversongs, die quer durch die Bank gewählt wurden und die Setlist teilweise wie ein rudimentäres Ganzes wirken ließ.

In den einzelnen Aspekten konnten sie das Publikum des Explosivs überzeugen. Zwar tauschten sie während der Show ihren Drummer und untereinander die Instrumente, was ein wenig Einblick darin brachte, wer welches Instrument wie gut beherrschte, jedoch bot es auch eine kleine angenehme Abwechslung, da sich der Spielstil ein wenig abgewechselt hatte.

Am Ende wurden sie von den Zuseherinnen und Zusehern noch um eine Zugabe gebeten. Diesen Wunsch kamen die Mürztaler Bananenkuchen natürlich unverzüglich nach und gaben danach die Bühne für die Überraschung des Abends, Mojo Skid, frei.
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Naja, fast frei… Der Drummer und der Gitarrist blieben noch für ihren Auftritt mit Mojo Skid auf der Bühne.

 

Mojo Skid

Mit ganz anderen Klängen ging es nach einem kurzem Umbau und Wechsel weiter mit Mojo Skid. Die fünfköpfige Partie legte gleich mit dem ersten Song fest, dass es ab jetzt vorbei mit der Ruhe ist und härtere Musik dargebracht wird. Auch wenn sich die Band auf ihrer Facebookseite mit Hard-/Stoner Rock bezeichnet, entspricht ihr Sound doch sehr den klassischen Doom Metal Sound von Bands wie Witchcraft oder Orchid. Aber ganz unrecht haben sie nicht, enthält Doom Metal im Ursprung doch härtere Stoner Rock Riffs.

Ganz beeindrucken konnte die Band, als nach einem kleinen Intro Sängerin Julia Schubatzky die Instrumente mit ihrer Stimme zu ergänzen begann, und das Explosiv zum Beben brachte. Mit einer enormen Wucht konnte sie gemeinsam mit der Band einen atemberaubenden ersten Song performen, der so einige Gäste ins Staunen versetzen sollte. Neben einer sonst ruhigen Stimme, hätte man den Gesang nicht in dieser Art und Weise eingeschätzt. Klar, deutlich und doch voller Tiefen und Energie.

Auch wenn die Gitarre aus technischen Gründen noch Probleme machte, konnte das der Power, mit der Mojo Skid einen ihrer ersten Gigs spielten, nichts anhaben. Ein Groove der sich vom Anfang bis zum Ende zog, den Kopf zum Nicken brachte und Musik, die bis in die tiefste Seele vordringen und einem den Beat einpflanze konnte.

Nicht weiter verwunderlich war es, dass Mojo Skid am Ende ihres Konzertes um eine Zugabe gebeten wurden, und nochmals das Grazer Jugendkulturzentrum Explosiv erbeben gelassen haben. Eine Band, die man nicht vergessen will und auch nicht vergessen kann. Mit Energie, Kraft und jeder Menge Mojo! [Urban Dictionary: Mojo; The word originally means a charm or a spell. But now it’s more commonly said meaning sex appeal or talent.]
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Ein Abend, der sich gelohnt hat. Große Band im kleinen Raum. Gute Musik, die man nicht hätte verpassen wollen. Am Ende schaffte es noch jeder vom Explosiv mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause und schwebte wohl noch in einer Wolke des rockigen und groovigen Abends, welcher hinter einem lag…

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