Laut gegen Armut

Gegen die Armut und zwar mit vollem Krawall und Gegröle ging es zu im Grazer PPC. Mit dabei waren nicht nur Poetryslammerinnen und Poetryslammer sondern auch Djs und vier heimische Bands, die an diesem Abend das gefüllte PPC ordentlich einheizen konnten.

Mit einem pünktlichen und frühen Start um 19:30 Uhr eröffneten die Mighty Maggots den Abend mit einer kleiner instrumentalen Einlage. Danach wurde von der Moderatorin noch das Publikum begrüßt, ehe die Mighty Maggots zur Gänze loslegten.

Mighty Maggots - (c) by Julia G.
Mighty Maggots – (c) by Julia G.

Mighty Maggots

Mit tanzbaren Ska Punk, der an die Zeiten der 90s Ska Punk Zeiten ala Goldfinger oder Suicide Machines erinnerte, legten die Mighty Maggots los. Es war wohl ein Auftritt mit ein paar Besonderheiten für die Band. Nicht nur lag es an ihrem Bläser, der diesen Abend aufgrund einer Verletzung sitzend auf der Bühne verbringen musste, sondern auch daran, dass es vorläufig der letzte Auftritt ihres Bassisten war, der nochmals die volle Energie der Bühne auskostete.

So rockten die Mighty Maggots in knapp 40 Minuten das Publikum ordentlich warm. Mit der Singleauskopplung des Coversongs Torn konnten sie das PPC sowohl zum Tanzen als auch zum Mitsingen bewegen, kennt doch jeder diesen 90s Song von Natalie Imbruglia, wenn er erstmal in irgendeiner Art und Weise ertönt.

Mighty Maggots konnten den Abend wahrlich Laut gegen Armut eröffnen und den vorläufigen Abschied ihres Bassisten gebührend zelebrieren. Nach einem kurzen Umbau ging es auch bereits mit einem kurzen Poetry Slam weiter, bevor Gnackwatschn die Bühne betraten.

 

Gnackwatschn

Nach Monaten des Fernbleibens und unzähligen Konzerte wie unter anderem am Novarock 2016, kamen Gnackwatschn wieder zurück nach Graz. Recht früh für diesen Abend wurden sie im Line-Up angesetzt, was Fans der Band verwunderte, da diese sie lieber etwas später auf im Timetable wiedergefunden hätten.

Dennoch konnte man sich zu Beginn der Gnackwatschn bereits fast keinen Schritt mehr im PPC bewegen. Wieder schafften sie es, das volle PPC vor sich zu versammeln. Das letzte Mal hatten sie hier einen Auftritt im Herbst 2015, als sie ihre CD Im Talon vorstellten und hoffentlich sieht man sie wieder, wenn sie ihr neues Album, an welchem sie momentan arbeiten, präsentieren werden.

Gnackwatschn - (c) by Julia G.
Gnackwatschn – (c) by Julia G.

Wer die Band bereits kennt, der bemerkte dass sie an diesem voll Energie strotzten. Es war wirklich bemerkenswert, mit welchem Elan sie sich auf die Bühne stürzten. Neben altbewerten Nummern konnten sie mit ihrem aktuellen Album überzeugen. Songs wie Danke oder auch Da Dreck Von Gestern konnten die Leute mitreißen und bewegen.

Wer die Jungs am Novarock erlebt hat, wurde hier erneut von ihrem Talent überzeugt. Bei Gnackwatschn bewegte sich alles, was nicht hieb- und nagelfest ist. Springende Menschen, die sich an allen Ecken und Enden des PPC ins Getümmel stürzten.

Gnackwatschn - (c) by Julia G.
Gnackwatschn – (c) by Julia G.

Obwohl Sänger Robert Steinberger immer wieder Probleme mit dem Gitarrengurt hatte, der an diesem Abend nicht ganz von selbst halten wollte, konnte dies der Stimmung nichts abtun und durch akrobatische Kraftakte konnte er die Situation damit retten, indem er die Gitarre irgendwie mit seinen Armen hielt und dennoch die Lieder ohne Einbußen fertig spielen konnte. Zum Glück hat sich dieser Gitarrengurt wieder reparieren lassen und zum Finale konnte er nochmal alles aus der Gitarre rausholen, was in ihr steckte.

So selbstständig die Gitarre an diesem Abend war, so selbstständig war auch Sänger Robert. Selten hat man ihn in einer solchen extrovertierten Art und Weise erlebt. Die Band selbst merkte an, dass selten soviele gute Ansagen rauskamen. Auch hierbei merkte man die Energie, welche die Band an diesem Abend vermittelte und eben auch auf ihr Publikum übertragen konnte. Sie sind immer wieder ein Highlight für jede Person, die auf Unterhaltung, Tanz und gute Laune abfährt.

Auf Gnackwatschn folgte ein erneuter Poetry Slam, bevor der Reggae von Tschebberwooky das PPC auf einer gemütlicheren Schiene weitertreiben konnte.

 

Tschebberwooky

Wesentlich ruhiger und entspannter ging es mit den Tschebberwooky weiter. Es wirkte beinahe, als hätte jemand einen harten Schnitt im Line-Up gemacht und eine neue Szene eingefügt. Von schnellen Ska Punk geht es weiter zu gemütlichen Reggae.

Was am Anfang noch recht schwer klingt und man sich fragt, warum ein solcher Schritt gemacht wurde, konnte man einem kurzen Augenblick später diesen Gedanken bereits verwerfen. Es war nach zwei schnellen Bands eine gemütliche Abwechslung und ein wenig Entspannung für die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung, welche noch bis in die frühen Morgenstunden mit verschiedenen DJs feiern konnten.

Tschebberwooky - (c) by Julia G.
Tschebberwooky – (c) by Julia G.

Tschebberwooky konnten ebenfalls das Publikum begeistern und boten eine angenehme Abwechslung zu den vorangegangen Bands und ein ebenso gutes Warm-Up für die Headliner Uptown Monotones. Tschebberwooky nahmen das Publikum mit auf einen Strandausflug, bei welchem man sich in den Sand legt, dem Meer lauscht und die Wolken an sich vorbeiziehen lässt.

Smooth tänzelt man sich durch das PPC und fliegt auf einer Wolke aus High-Gefühlen zur Bar, um sich noch einen Makava oder sonstiges Getränk zu gönnen. Im Raucherbereich machten es sich die Leute gemütlich oder tanzten zur Musik, die selbst hier durch die Lautsprecher zu hören war.

Ein dritter Poetry Slam mit zwei Poetryslammerinnen und einem Poetryslammer beendete den Auftritt von Tschebberwooky.

Nun wurde nochmal das ganze Team, welches am Volkshilfe Laut gegen Armut mitgearbeitet hatte auf die Bühne geholt. Es wurde sowohl den Mitarbeiter für ihre ehrenamtliche Tätigkeit gedankt, als auch die Bands für ihre Einsatzbereitschaft gelobt. Sämtliche Erträge werden an armutsgefährdete Menschen und Familien gehen.

The Uptown Monotones

Zum Abschluss und gleichzeitig als passender Übergang zu den DJs spielten The Uptown Monotones, welche durch die Talentshow Die große Chance sehr viel Bekanntheit erlangt haben.

The Uptown Monotones spielen sich mit Akustikgitarre, Didgeridoo, Mundharmonika sowie verschiedensten Effekten durch den Abend. Die 3 köpfige Band überzeugt nicht nur mit Instrumenten, sondern wird noch durch Beatboxer Ivory Parker ergänzt. Dieser komplettiert das bereits 1993 gegründete Duo von Heli Markfelder und Werner Posekany mit seinem unglaublichen Talent am Mic.

The Uptown Monotones - (c) by Julia G.
The Uptown Monotones – (c) by Julia G.

Dass die Band die einzige war, die an diesem Abend weniger als 6 Leute gleichzeitig auf der Bühne hatte, störte weder dem Publikum noch  gab es bei dem akustischen Klangteppich irgendwelche einbußen. The Uptown Monotones überzeugen mit einem wahnsinnig guten Spiel aus Stimmung und Dynamik. Die Setlist passte von Anfang bis Ende und obwohl es ruhig startete, wurde es für alle Zuseherinnen und Zuseher unglaublich atmosphärisch.

Ein Kracher folgte dem anderen und als es zum Beatboxsolo kam, war die Stimmung am Kochen und das PPC am ausflippen. The Uptown Monotones hätten gefühlt noch die ganze Nacht weitermachen können ohne einen Stimmungsverlust zu erzielen. Das merkte man auch an den Forderungen des Publikums, welche immer mehr und mehr Zugaben forderten.

Leider muss jede Band mal zu ihrem Ende kommen, so auch The Uptown Monotones. Diese wurden von ihren alten und neugewonnen Fans an diesem Abend mit gebührendem Applaus verabschiedet.

 

Laut gegen Armut wurde es jedoch auch noch  in der Afterhour. Dort spielten sich noch verschiedene DJs bis in die frühen Morgenstunden ins Nirvana.

Das Volkshilfe Laut gegen Armut war für alle Beteiligten ein voller Erfolg und wir hoffen, dass es eine solche Veranstaltung für den guten Zweck wieder geben wird.

 

Mighty Maggots
Homepage
Facebook
YouTube

Gnackwatschn
Homepage
Facebook
YouTube

Tschebberwooky
Homepage
Facebook
YouTube

The Uptown Monotones
Homepage
Facebook
YouTube

Schreibe einen Kommentar