Japanese Crossover Explosion – (Bridear/Suncrust)

Sonntage sind meist verschlafen und ruhig. Man sitzt zuhause, konsumiert bei Netflix irgendeine Serie, welche am Ende eh nur halb so interessant war, bestellt sich noch eine Pizza und geht irgendwann schlafen, wenn man nicht gerade jene Serie in einem Marathon zu Ende sieht. Alternativ entschieden sich aber die Besucher des Explosivs am Grazer Bahnhofsgürtel.

Hier konnte man die eigenen Augen und Ohren mit einem interkulturellen Austausch des Hard ‘n Heavy verwöhnen. Es spielten die aus Graz kommenden Suncrust und die, sich momentan auf Europatournee befindenden, Bridear aus Japan.

Suncrust

Mit einer leichten Verspätung um kurz nach Primetime starteten Suncrust ihre Supportshow für Bridear. An diesem Abend boten Suncrust, die mittlerweile schon zahlreiche Shows in Graz und Umgebung hinter sich gebracht haben, für einige Fans erster Stunde ein paar Neuerungen. So merkte man, dass stets am Sound der Instrumente gefeilt wird und diese sich an diesem Abend so gut angehört haben, wie noch nie zuvor bisher. Die Gitarre wirkte nicht mehr so schrillend wie noch bei vorangegangenen Konzerten, dafür viel voller und fließender, was auch die Stimmung des Publikums ordentlich ankurbeln konnte.

Da Suncrust stets an neuem Material arbeitet, wurde an diesem Abend auch wieder neue Songs vorgestellt, mit denen sie ihr Stammpublikum erfreuen konnten. Für ihr neues Publikum wirkte ohnehin jeder Song wie neu.

Leider gab es am Anfang ein kleines technisches Problem mit dem Bass, welches ihn nicht ganz durchdringen ließ und so ein wenig die Tiefen rausnahm. Dieses Problem kam allerdings weder von der Band, noch von der Haustechnik, sondern von einem scheinbar defekten Kabel. Gemeinsam konnten Bassist und Haustechnik des Explosivs dieses Problem aber sehr schnell beheben, was den Abend auf einer sehr professionellen Ebene hielt, da geistesgegenwärtig reagiert wurde und es dadurch keinen Verlust für das Publikum gab.

Mit ihrer recht simpel gehaltenen Besetzung, bestehend aus einem Gitarristen, einem Bassisten, einem Drummer und einer Sängerin, können Suncrust im direkten Vergleich mit anderen Bands in diesem Genre äußerst brillieren. Die klare Stimme von Sängerin Suneek harmoniert wunderbar mit den harten Riffs der Gitarre, den fetzenden Lines des Basses und den stählernen Sound der Drums. Eine Kombination, die sich musikalisch blicken lassen kann und zwischen den Liedern nicht vieler Worte benötigt.

Suncrust boten einen guten, aber auch einen interessanten Warm-Up für die Japanerinnen von Bridear.
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Bridear

Vor gut einem Jahr das letzte Mal im Jugendkulturzentrum Explosiv in Graz aufgetreten, sind sie nun zurück mit einer neuen EP im Gepäck. Die 5 jungen Japanerinnen machen sich erneut auf Tournee durch Europa. Von Belgien und der Schweiz über Österreich und Slowenien bis hin zur Slowakei und Deutschlands, touren sie durch Städte und Länder und spielen vor vollen Häusern.

Obwohl ihre Musik sehr kraftvoll und energiegeladen ist, klingt es nicht nach einer reinen Metalband. Mit einem primären klaren Gesang von Sängerin Kimi, welcher an manchen Stellen von Gitarristin Misa durch ein dezentes Growling unterstützt wurde, mischten Bridear ihren eigentlichen Power/Heavy Metal Stil mit mehreren Musikelementen ab. Es ergab sich daraus nicht nur das Gefühl, sich einer reinen Metal Band hinzugeben, sondern wurde immer wieder mit J-Pop artigen Klänge durch einen gelungenen musikalischen Sturm geschleudert.

Während sich auf der einen Seite der Kopf zum Nackenmuskeltraining bewegte und dabei die Haare durch die Luft schleudern ließ, tanzte man auf der anderen Seite fröhlich umher und grölte mit, was man mitgrölen konnte. Bridear boten einen sehr guten Mix aus diversen Genres, eine unglaubliche Bühnenperformance – hierbei sei auch noch ein bestimmtes Bühnenoutfit erwähnt, da sich die Band etwas zurecht legt und nicht nur in Standardklamotten ihre Auftritte vollzieht – und eine qualitativ hochwertige Musik aufgrund von 5 technisch sehr begabten Musikerinnen.

In den zwei Wochen, in denen sie momentan auf Tournee sind, spielen Bridear noch einige Shows. Den krönenden Abschluss machen die letzten drei Shows, die allesamt im selben Club in Belgien stattfinden werden. Wer Bridear im Explosiv verpasst hat, kann sich auf ihrer Homepage oder Facebook noch über weitere Tourdaten informieren und immer up to date bleiben, um sich zukünftig die Gelegenheit nicht entgehen zu lassen, oder sich die Band nochmals anzusehen. Es empfiehlt sich definitiv beides!
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Wer sich übrigens für mehr Bands aus Japan interessiert, sollte regelmäßig die Homepage des Jugendkulturzentrums Explosiv einsehen, da dort in diesem Jahr noch ein paar weitere interessante Bands die Bühne betreten werden.

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