Faustbreaker – Live! (Klynt/Sonic Riot/Bullet-Proof/Tytus)

Nach langem Warten und sehr viel Spoiler und Werbung, war es soweit und die Klynt’s „Faustbreaker“-Releaseshow im Grazer Jugendzentrum Explosiv konnte endlich von statten gehen. Mit im Gepäck hatten drei weitere, atemberaubende und den Nackenmuskel trainierende Bands. Im Vorab mussten allerdings Violent ihre Show absagen, da ihr Drummer auf dem Heimweg von drei „Douchbags“ zu zugerichtet, dass sie ihm sogar sein rechtes Bein gebrochen hatten – Gute Besserung und baldige Genesung an dieser Stelle! Für sie fand sich kurzfristig die Band Bullet-Proof ein, die das vierer Gespann von Bands an diesem ergänzte.

Sonic Riot

Die Heavy Metal Band aus Graz machte den Anfang an diesem Abend und kam gleich zu Beginn mit einer raffinierten Idee, wie sie das Publikum von Draußen zum vollen Set ihrer Lieder in die Halle bringen können. Sie starteten mit einem Coversong, damit das Publikum hörte, dass die Band zu spielen begann. Als diese sich in der Halle versammelten hatten, erklärten sie frech „Wir spielten jetzt extra einen Coversong, damit ihr keine von unseren Lieder verpasst!“ – sehr gute Idee, da es ihre Lieder wirklich in sich haben!

Sehr schnell wurde klar, dass die Fünfer-Formation Sonic Riot wirklich den Stil Heavy Metal verfolgen. Markant hervor stach sofort die Stimme von Frontmann Raphi, welcher mit seinen klaren hohen Lagen an Bands wie Iron Maiden und Hammerfall erinnerte. Immer wieder ergaben sich mitgrölstarke Passagen, die sehr die Power reflektierte, die man von klassischem Heavy Metal kennt und liebt. Eine unglaubliche Energie, die sich um Sonic Riot gesammelt hatte und sich im Publikum wiederspiegelte. Nicht nur durch Posen konnte die Band beeindrucken, sondern auch durch ihr spielerisches Talent, welches sich durch die Gitarrenparts ausdrücken konnte, unter anderem durch Gitarrist Paul. Um selbigen Gitarristen scharrte sich auch eine gewisse Fanbase, die immer wieder mit Paul-Rufen die Band und den Gitarristen anfeuerte. Sonic Riot boten einen großartigen Beginn für die „Faustbreaker“-Releaseshow.
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Bullet-Proof

Die für Violent eingesprungenen Bullet-Proof aus Italien setzten den Abend mit ihrem Graz Debut fort. Erstmals in der wunderschönen Stadt, konnte das Vierer-Gespann ihren Thrash Metal in Graz hervorragend präsentieren. Es war wahrlich ein erfolgreicher Abend, da, obwohl sich im freien noch bis spät Sonnenstrahlen zeigten und die Band noch eher unbekannt war, sich immer haufenweise Leute vor der Bühne einfinden konnten, die ihre Haare zu den schnellen Riffs der Band schüttelten.  Tempo und Kraft boten sich hier von Lied zu Lied und reduzierten nie die Stimmung und das krampfende Gefühl im Nacken, welches sich durch das viele headbangen bereits bemerkbar machen konnte.

Woran man aber immer wieder denken muss, wenn man sich an Bullet-Proof erinnert, ist Tempo, Tempo, Tempo. Dies erkennt man auch auf ihrem Album Forsaken One, welches sie mit im Gepäck hatten und daraus unter anderem die gleichnamige Single Forsaken One präsentierten. Eine Nummer die aufzeigt, dynamisch sich das Tempo an den Drums von Bullet-Proof entwickelt und wie wahnsinnig die Soli der Band klingen können, wenn sie ein gewisses Tempo erreicht. Als spontane Überraschungsgäste eingesprungen und das erste Mal in Graz, konnten Bullet-Proof ohne Widerrede jede Menge neue Fans für sich gewinnen und man hofft, diese Band bald wieder in Graz erleben zu dürfen!
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Tytus

Mit Tytus startete die zweite Band aus Italien und die letzte Band vor dem Headliner Klynt, bei ihrer Faustbreaker-Releaseshow. Nie hätte man Gedacht, dass die Glockenhosen noch irgendwo getragen werden, aber dann doch: Frontmann Ilija Riffmeister kombinierte diese mit einem Outfit, welches an eine späte Hippiezeit der 70er Jahre erinnerte. Melodischer Metal, der vom Songaufbau ein wenig an The Offspring erinnerte, aber sonst mit Punk weniger zu tun hatte. Eine Mischung aus 70er, Punk und unglaublichen Thrash Metal wurde bei Tytus geboten. Wahrlich eine Mischung für die Sinne. Ohren so wie Augen wurden hier getäuscht und mussten an sich arbeiten, um die Eindrücke zu verarbeiten. Eine gewagte Mischung, aber stilistisch für jede Person im Publikum etwas dabei und dazu noch eine angenehme Abwechslung.

Abwechslung ist auch das Motto des Abends gewesen. Obwohl alle Bands aufeinander abgestimmt waren, zeigte der Abend die Vielfältigkeit, die sich im Genre des Metals bieten konnte. Selbst wenn sie Thrash Metal machen, unterscheidet dieser sich durch die zusätzlichen persönlichen Einflüsse der einzelnen Interpreten der Band. Es gab keine Wiederholungen des Stils, aber ein übergreifendes Genre unter den Bands. Tytus, welche ebenfalls das erste Mal in Graz waren, konnten den Abend vor Klynt nochmals hervorragend abrunden und ein passendes Warm-Up für die bevorstehenden Headliner Klynt und ihrem Faustbreaker Album zu bieten.
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Klynt

Das eigene Lied als funktionierendes Intro. Episch wie das Album Faustbreaker selbst, eröffneten Klynt ihre Releaseshow mit den akustischen Klängen des gleichnamigen Songs Faustbreaker. Epic as fuck – ganz ihrem Leitspruch treu, legten sie an diesem Abend mit epischen Gitarre, epischen Bass, epischen Drums und einer unglaublich epischen Stimme los. Faustbreaker was finally here! Ein volles Explosiv war bereit für die die hammerstarken Songs, die Klynt an diesem Abend bieten sollte. Gleich nach dem Titelsong des Faustbreaker Albums, setzten sie einen nach mit dem wohl finstersten und schwersten Song, den sie auf ihrem Album zu bieten hatten. Thrashotron läutet ein fiktionales, episches Endzeitszenario ein, welches auch in der Stimmung Live so wie am Album überzeugt. (à hier geht es zum Album-Review von Faustbreaker). Die „Kill“ Chöre von Thrashotron motivierte das Publikum, sich die Seele aus dem Leib zu schreien. Mit einem Schild mit der Aufschrift KILL, wurde auch deutlich gemacht, wann es mitzusingen galt.

Es folgte eine Abwechslung von alten Songs des ersten Albums Of Klynt and Men, sowie ihre vorab veröffentlichte  Albumexterne Coversingle von Bon Jovi’s Runaway. Mit Runaway konnten sie die Zuseherinnen und Zuseher ein weiteres Mal zu lautstarken Mitgrölchören motivieren und animieren. Gewohnt bekannte Songs abgewechselt mit den neuen Liedern des Faustbreaker Albums boten eine gelungene Setlist, die eine stimmungsvolle Mischung war und sowohl den Charakter der Band, als auch den Zusammenhalt der Metal-Community wiederspiegelte.

Letzterer wurde auch die Singleauskopplung Operation:Enmarteration gewidmet, bei welcher sich Sänger Dadu bei all den Leuten bedankte, welche sie über die ganzen Jahre unterstützen und ebenfalls bei all jenen, die sich die Mühe machten, bei dem Video und dem Album mitzuarbeiten. Es wurden nicht nur Teamshouts, sondern sogar ganze Chöre für das Album eingesungen. Mit leicht wässrigen und dankbaren Augen starteten Klynt Operation:Enmarteration und zeigten hierbei die Stärke der Community.

Eine musikalisch epische Show, zwischen Laserrevolvern und Gitarrensoli auf Skateboards. Das Ende wurde durch den letzten Song Thrash FM nähergebracht. Hier konnten sie nochmals gemeinsam mit dem Publikum headbangen, bevor die Releaseshow ein vorläufiges Ende finden sollte. Jedoch wäre es nicht Klynt, wenn sie nicht noch ein, zwei Zugaben für die Crowd bereitgehalten hätten. Mit Biggest Balls fand sich eine weitere Nummer im Set wieder, welche sich ebenfalls auf ihrem ersten Album Of Klynt and Men befindet. Als finaler Song sollte ihre altbewährte Interpretation von Iron Maidens The Trooper herhalten. Ein letztes Mal mitgrölen, headbangen und abgehen, wie es der Körper zulässt. Für das Solo des Songs nahm Sänger Dadu den Gitarristen Flavi noch ein letztes Mal – wortwörtlich – auf den Arm, beziehungsweise auf die Schulter und rannte mit diesem durch das Publikum, während dieser sich dem Gitarrensolo hingab.

Eine unglaubliche Releaseshow geht zu Ende und sollte noch in diversen Locations der Stadt in der ganzen Nacht weiter zelebriert werden. Am Merchstand konnte man sich limitierte Runaway T-Shirts, so wie auch Runaway Poster holen. Nebenbei überlegten sie sich etwas Besonderes für ihr Album. Neben der CD und dem T-Shirt, gab es auch noch eine limitierte Edition in Form eine MC, der ein Downloadcode beigelegt wurde.  Alternativ gibt es Faustbreaker auch auf diversen Vertriebsplattformen zu erwerben, wie unter anderem auf Amazon.
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