Explosiver Heavy Rock

Es gibt Bandnamen, die vergisst man nicht. Es gibt Shows, die bleiben in Erinnerung. Beide Sachen konnte man vergangenen Donnerstag im Grazer Explosiv erleben.

Dort gaben sich die beiden Linzer Bands Porn to Hula und Parasol Caravan die Ehre. Supportet wurden sie an diesem Abend von Phil & the Dirt und obwohl das Konzert im Barbereich stattgefunden hatte, konnten die Techniker des Explosivs für einen sehr guten Klang der PA sorgen und die Bands ordentlich rocken lassen.

Phil & the Dirt

Die Deutschlandsberger Band Phil & the Dirt machten an diesem Abend den Anfang. Wer sie bisher live erleben durfte, der konnte sich schon vorab bewusst sein, dass es definitiv laut werden wird, was allersdings auch von der Band geplant war. Leider ging dadurch ein Teil der Klangfarbe verloren, da es etwas zu laut im Verhältnis zum Raum war und die 4 Gesänge leider begonnen haben, sich zu überschlagen. So konnte man nicht mehr viel von dem Text verstehen.

Phil & the Dirt
Phil & the Dirt

Obwohl die Band instrumental mit ihren Keyboard, Bass, Drums und zwei Gitarren sehr gut war, konnte sich der Gesang an diesem Abend in der Lautstärke leider nicht durchsetzen, was auch ein wenig von der Stimmung raubte und den Auftritt allgemein etwas nach unten zog. Wer Phil & the Dirt bereits gesehen hatte wird feststellen, dass da mehr geht, nur dieser Abend leider eine Spur zu laut, beziehungsweise zu viel für diesen Konzertraum war.

So endete es, wie es angefangen hatte, mit lauten Instrumentalen Parts, die an diesen Abend ordentlich rockten und doch einen interessanten Einstieg für die weiteren Konzerte geboten hatten.

 

Parasol Caravan

Nach einer kurzen Umbauphase der Backline starteten Parasol Caravan ihre Show in Graz. Zuletzt konnte man die Band im Dezember als Support von Mother’s Cake erleben, wo sie im lokalen PPC ordentlich einheizten und für manche Konzertbesucher der eigentliche Headliner des damaligen Abends waren.

Parasol Caravan

Auch an diesem Abend stachen Parasol Caravan heraus und wer sie noch nicht kennt, sollte sich schleunigst die Lieder Band anhören, während dieser Artikel gelesen wird!

So war der ein deutliche Unterschied zur ersten Band der, dass es wesentlich leiser war und man den kompletten Gesang verstehen konnte. Das, was bei Parasol Caravan den Takt angibt, ist der tiefenlastige Bass, der sich in den Körper der KonzertbesuscherInnen drängt. Harte Vibrationen im Herzen sorgen dafür, dass man sich zwangsweise zur Musik bewegen muss. Wer sich weigert, wird von den beiden stechenden Gitarren und den kickenden Drums einfach weggefetzt.

Parasol Caravan
Parasol Caravan

Parasol Caravan ist für Fans von Stoner Rock bereits ein Geheimtipp und wird bestimmt noch weiter in das Rockgenre eindringen, um sich mehr und mehr Fans zu angeln.

Sie arbeiten exakter als ein Schweizer Uhrwerk. Timing und Feeling sind für die Band die nie rostenden Zahnräder, die sich im exakten Rhythmus immer weiter drehen und bewegen. Die Pausen sind die Stopps zwischen den Sekunden, der Wiedereinstieg das Klicken das Klicken des Zeigers.

Man könnte seine Uhr nach der Band stellen. Selten gibt es eine solch gute Kombination von Heavy Rock und verspielten Pausen in den Liedern, in welchen es weder ein Koppeln der Instrumente noch einen Nachhall der Effekte gibt.

So konnte die Band an diesem Abend ordentlich vorlegen und legte die Messlatte für den Main Act Porn to Hula recht hoch an.

 

Porn to Hula

Diesmal war die Pause zwischen den Bands kürzer und die BesucherInnen versammelten sich ziemlich schnell wieder im Konzertraum, als Porn to Hula die Bühne betraten.

Hier gab es nicht nur etwas auf die Ohren, sondern definitiv auch auf die Augen. Man konnte bemerken, dass viele Gäste nicht wussten, wie sie mit dieser Situation umgehen sollten. Porn to Hula trugen Kleidung, die einen nicht mehr so schnell aus dem Kopf gehen wird.

Porn to Hula
Porn to Hula

Neben Netzhemden und Matrosenoutfit glänzte der Sänger  mit Korsett und Hot Bands, welche seinen Schritt zur Geltung brachte.

Könnte man nun meinen, dass die Band damit von ihrer Musik ablenken will, täuscht man sich in diesem Fall aber sehr. So bewegen sich Porn to Hula stark zwischen Hard Rock und Stoner Rock und spielen sich hervorragend mit den Elementen dieser beiden Genres.

Headbangen war bei solchen Riffs der Gitarren vorprogrammiert. Und damit ergänzten sie den Abend bereits hervorragend. Sie waren zwar lauter als Parasol Caravan, dennoch nicht die lauteste Band des Abends und man konnte jedes Instrument und den Gesang sehr gut heraushören. Im Vergleich zu Parasol Caravan war ihr größtes Merkmal, neben ihren Outfits, ihre Gitarrenriffs und das Feeling des Drummers.

Porn to Hula spielten sich von langsamen Heavy Rock, bis zu rasanten Hard Rock druch den Abend. Ihr Auftritt wurde individuell, als sich der Sänger eine Mundharmonika schnappte, und die Fülle der Lieder damit hervorragend ergänzen konnte.

Auch zu erwähnen ist das nahezu sensationelle Ende des Konzertes, welches wie ein kleiner Jam wirkte, der immer ruhiger wurde bis die Band dann spontan wieder in voller Lautstärke und mit harten Riffs losrockten um es nochmal groß zu beenden.

Porn to Hula boten einen sehr interessanten Abschluss für diesen Donnerstagabend, zwischen groovigen Beats und pornografischer Geschwindigkeit kombinierte mit in die Erinnerung einbrennenden Bühnenoutfits.

 

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