Do PoP: Kamotes Konzert (Matakustix/Mike Bench)

Halb akustisch und ruhig. Ruhig aber wild! Wild und turbulent. Turbulent aber amüsant! Jedenfalls ziemlich kamot war der Auftritt von Mike Bench und Matakustix im Rahmen der Do PoP Konzertreihe des Grazer Orpheum. Zwischen teilweise erklingenden Fremdbässen und viel Humor und Sympathie shakte, klatschte und sang man sich gemeinsam mit den Bands durch den Abend und bezwang jeglichen Hitzestau, der bei diesen zwei heißen Acts entstand.

Mike Bench

Der als Soloprojekt gestartete Mike Bench spielte an diesem Abend zwar nicht Solo, aber Unplugged, jedoch nicht mit der ganzen Band, sondern nur mit einer leicht reduzierten. Also quasi wieder Back to the Roots, jedoch nicht ganz so weit zu den Wurzeln zurück. Nichts desto trotz konnte Mike Bench von Beginn an mit seiner unglaublich voluminösen Stimme beeindrucken. Eine Besetzung aus Klavier, Saxophon und Gitarre spielte ein Set aus gut zwölf Liedern mit der einen und anderen Überraschung.

Leider wurde es zwischenzeitlich bei dem Unplugged Konzert etwas ungemütlich, da sich ein paar Leute einbildeten, sich während der ruhigen Lieder lautstark anzubrüllen und sich über ihre Wehwehchen unterhalten zu müssen. An dieser Stelle sei gesagt, dass das nicht nur komplett scheiße, sondern auch respektlos gegenüber den Musikern und den anderen Gästen ist. Wenn ihr euch gegenseitig anbrüllen wollt, geht raus an die Bar oder verzieht euch an euren Stammtisch, aber bei einem unplugged Konzert ist das ein absoluter No-Go. Also für das nächste Konzert: Seit kein Arsch und seht ein, dass die Leute nicht wegen euren Problemen sondern wegen der Musiker und Musikerinnen zum Konzert gekommen sind. Unterhalten ja, aber anbrüllen definitiv nein.

Mike Bench konnte dies glücklicherweise  abstellen, als er und seine zwei Mitstreiter sich entschlossen haben, für ein paar Lieder die Bühne zu verlassen und sich in das Publikum zu gesellen. Dort spielten sie nicht nur weitere eigene Nummern, sondern überzeugten auch mit einer Coverversion von Bruce Springsteen No Surrender. Zwischen Ansagen die in einem leichten faux pas endeten, einem Publikum das sich gegenseitig anbrüllte und jeder Menge Liedern, die durch eine volle Stimme überzeugen konnten, spielten sich die Musiker um Mike Bench durch das Vorprogramm von Matakustix. Zweitweise ertönte leider auch noch der Bass der anderen Veranstaltung, die im großen Saal des Orpheum stattgefunden hatte. Jedoch trübte die nicht den Spaß am Konzert und Mike Bench konnte, nachdem er nochmals auf die Bühne zurückgekehrt war, das Warm-Up mit vollster Zufriedenheit beenden und das Publikum heiß für Matakustix machen.
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Matakustix

Während man anfangs noch vermutete, dass es wohl nicht voll werden wird, da sich nur wenige vor dem eigentlich Konzertbeginn eingefunden hatten, wurde man davon aber in kürzester Zeit vom Gegenteil überzeugt. Obwohl bei Mike Bench bereits recht viel los war, versammelten sich in der Umbaupause immer mehr und mehr Leute im Raum des Orpheum Extra und man hatte wirklich schon mühe, sich noch einen guten Platz ergattern zu können.

Von Anfang an mit Energie geprägt, legten Matakustix ein Programm hin, welches einfach nur noch atemberaubend war. Ohne viel großes Tohuwabohu konnten sie das Publikum vom ersten Augenblick an mitreißen. Es erscheint auch so, als wären sie für Kärntnerinnen und Kärntner auch sowas wie Nationalhelden, immerhin haben sich nicht wenige aus dem Heimatbundesland der drei jungen Musiker im Orpheum eingefunden, um die Band auch bei ihren Auftritt außerhalb von Kärnten zu unterstützen. Matakustix sind ein Spektakel für sich und definitiv nicht nur etwas Fans aus Kärnten. Mit ihrem Mix aus Mundart, Pop und Rock, liefern sie eine ganz spezielle Mischung, die sich teilweise nur schwer einordnen lässt. Irgendwie Volksmusik, aber dann dennoch weit davon entfernt. Schunkeln und Schaukeln. Tanzen und Singen. Alles bekommt man bei dem Trio, welches sich auf Harmonika/Akkordeon, Trompete und Gitarre spezialisiert. Gemischt werden die Instrumente mit einer live Beatboxshow, die den Beat der Drums vorgibt. Von Anfang an ganz elegant und mit Elan, bewegten sich die Musiker durch die tiefe der Bühne, während im Hintergrund immer wieder das Logo der Band im Rhythmus leuchtete und so noch mehr von der Power der Band an das Publikum übermittelte.

Zwar gab es während des Intros noch ein paar Probleme mit dem Akkordeon, da das dazugehörige Mikro kurz nicht auffindbar war und sich scheinbar am Mikroständer verheddert hatte, jedoch fiel das nicht weiter auf, da Matakustix mit ihrer professionellen Art als eingespieltes Team gemeinsam agieren konnten, ohne einen Verlust des Konzerts zu bewirken. Bis auf diese kleine technische Panne, die nicht weiter ins Gewicht fällt, passierte bei Matakustix nichts außer Spaß und Humor den ganzen Abend. Während sie einen Hit nach dem anderen – und ja, jedes Lied der Band ist in der Tat ein Hit – von sich gaben, unterstützte sie das Publikum mit lauten Mitgrölchören und Applaus. Später wurde dieser Applaus durch den Einfluss eines Gastes im Publikum zu einem, dem Klatschen in Gebärdensprache sehr ähnlichem Applaus.

Von der Optik begeistert, übernahm Frontmann Matthias Ortner diesen Applaus und forderte das Publikum dazu auf, in Zukunft nur noch so zu klatschen und ergänzte, dass man nun immer, wenn man jemand mit aufgestrickten Ärmeln sieht, man sich sicher sein kann, dass Matakustix in der Stadt waren, da bei diesem Applaus die Ärmelenden bis zum Ellbogen rutschen werden.
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Matakustix waren ein Erlebnis, welches man nicht hätte verpassen dürfen und falls es doch passiert sein sollte, muss man die Band so bald als möglich nachholen, da sie dieses bestimmte Etwas haben, was jedem ihrer Lieder einen unglaublichen Lebensgeist einhaucht und der Band, sowie auch dem Publikum, Energie für Partyspaß und mehr liefert. Ein Konzert, das sich immer auszahlen wird und auch wir werden das nächste Mal nicht verpassen!

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