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Desertations 04/17 (Ultima Radio/Witchrider/Nightstalker)

Tiefe Bässe, atmosphärische Düsternis, eine heiße Location und massig Menschen. Es war Zeit für ein Desertations der ganz besonderen Art und Weise. Nicht nur waren szenen- und lokalbekannte Bands wie Ultima Radio oder Witchrider vertreten, es konnte auch noch mit den aus Griechenland stammenden Nightstalker ein ganz besonderes Highlight für den Abend geboten werden.

Ultima Radio

Pünktlich um halb 10 begannen Ultima Radio. Vom ersten Ton weg machten sie klar, worin ihre Stärken und ihr Stil liegen. Kräftige Bässe dröhnten aus den Speakern der Anlage und ließen bis in die letzten Reihen unweigerlich jedes Herz zum Rhythmus ihres Beats schlagen. Bis in die letzten Reihen ist hier auch sehr wesentlich, da die doch recht bescheidene Konzertlocation des Club Wakuum nicht sehr viel mehr Raum zugelassen hätte. Von der Bühne bis zu der gegenüberliegenden Seite der Venue, sogar weiter in Richtung Bar, standen noch Gäste, die sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen wollten. Unweigerlich konnte jeder bestätigen, dass Ultima Radio momentan die Band sind, der heiße Scheiß sozusagen.

Mit im Gepäck hatten sie den Song Contrast, den sie auf einer Split EP gemeinsam mit Witchrider veröffentlicht hatten. Ein unglaubliches Lied, wovon sich auch diejenigen überzeugen ließen, die den Song bis dato noch nicht zu hören bekamen (Das Video dazu gibt es weiter unten). Es ist schwer irgendwo anzufangen, da der Auftritt einfach von Anfang bis Ende ein Wahnsinn gewesen war. Von ihren tiefen Bässen, bis zu den Instrumentalen Klängen und der Stimme, die nicht nur als reiner Gesang, sondern auch als Ergänzung für die Instrumente benutzt wurde. So wurde immer wieder anstatt eines Textes nur ein Ton in das Mikro geschrien, welche eine atemberaubende Ergänzung zu den restlichen Musikern ergab. Man musste sich einfach zu den Rhythmen von Ultima Radio bewegen, selbst wenn diese im Vergleich zur nachfolgenden Band Witchrider, noch etwas schwerer wirkten, jedoch machte genau das die Band aus. Mitreißende schwere Töne, die das Herz im richtigen Beat schlagen lassen und das Publikum in einen  Ausnahmezustand versetzen können.
►►Ultima Radio◄◄

Witchrider

Als zweiter Act betraten die Local Heroes Witchrider die Bühne. Nach unzähligen Konzerten, unter anderem einer Tour mit den Truckfighters, hatten Witchrider ein erneutes Heimspiel im Club Wakuum. Heimspiel trifft es wirklich gut, und ließ sich auch an der Masse an Leuten rechnen. Es waren massig Personen erschienen und wie es bereits bei Ultima Radio der Fall war, standen die Zuseherinnen und Zuseher bis zum Anschlag in der Venue. Jeder wollte ein wenig von der Band mitbekommen. Beginnend mit dem Song A Glow in the Dark, welcher sich auf der vorhin schon erwähnten Split mit dem Titel Reciprocity befindet, welche mit Ultima Radio gemeinsam gemacht wurde, starteten Witchrider in eine düstere Show. Wo Ultima Radio noch wesentlich schwerer klangen, konnten Witchrider sich über seichtere Klänge des Basses erfreuen, jedoch im Allgemeinen über einen wesentlich finstereren Sound. Auch dieser Bass sei erwähnt, da an diesem Abend nicht die übliche Besetzung vorhanden, sondern Manuel Schober (Suncrust/RoadKill) an diesem Abend als Bassist eingesprungen war.

Definitiv auf ihre Art tanzbar, spielten Witchrider das Publikum in einen Zustand der Ekstase. Sie brachten mit ihren fressenden Klängen jede Menge Bewegung in die Masse an Konzertbesucherinnen und –besuchern und rissen diese hinweg von den eigenen Gedanken hinein in die Welt von Witchrider. Das Konzert bot einiges an unterschiedlicher Stimmung und Witchrider reizten die Grenzen des Stoner Rock bis zum Anschlag aus. Umfallen war jedenfalls nicht möglich und wer am Ende des Konzerts noch immer Lust auf mehr hatte, der konnte sich am Merch unter anderem an ihrem Album Unmountable Stairs bedienen.
►►Witchrider◄◄

Nightstalker

Am Ende betraten die aus Griechenland stammenden Nightstalker die Bühne. Dass dieser Band bereits eine lange Bandgeschichte anhängt, lässt sich offensichtlich nicht leugnen. Seit Anfang der 90er Jahre macht diese Band in der Stoner Rock Szene immer wieder von sich reden und zählt in dieser auch zu keiner unbekannten mehr. Nach bereits sechs veröffentlichten Alben (vier Longplayer und zwei EPs) in den letzten 27 Jahren, sind sie nun mit Album Nummer sieben, As Above, so Below auf Tournee und machten einen Abstecher im Grazer Club Wakuum.  Ihre derzeitige Tour führt sie über 2 Monate hinweg in 13 verschiedene Länder.

Auch wenn es schon recht spät war, als Nightstalker die Bühne enterten, konnte das Publikum nicht ablassen und erschwerte es noch immer, bis vor die Bühne zu kommen. Ein großes Gedränge mit coolen Sounds und Gitarren mit einen streckenden verzerrten Klang. Eine wagemutige Mischung, die zwischen schweren Riffs und Psychedelic liegt. Mit zeitweise jeder Menge Hall in den Vocals zieht uns die Band in eine Welt aus weichen Kratzbäumen und bunten Menschen. Ein wenig erinnert man sich an den In-a-Gadda-da-Vida Sound von Iron Butterfly. Die Wiederbelebung des 70er Tripsounds hat für Nightstalker bereits in den 90er Jahren stattgefunden. Sie vermitteln auch dieses wunderbare Gefühl seit nunmehr fast 3 Jahrzehnten und man könnte meinen, sich auf einem Konzert in der After-Woodstock-Ära  zu befinden, die unter anderem von Bands wie Led Zeppelin, Deep Purple, Uriah Heep  und auch den anfänglichen Black Sabbath geprägt wurde.
►►Nightstalker◄◄

Nightstalker konnten auf vollster Länge die 70er mit ihren Rocksound wiederbeleben und das Publikum auf eine Reise durch bunte und teilweise düstere Welten mitnehmen. Es war ein voller Erfolg für alle Bands des Abends, die ein vollgestopftes Haus bespielen konnten und ein Erlebnis für das Publikum, welches die drei abartig guten Bands live erleben durften.