Call Me Tiny Miss Weasel!

Wieder einmal fanden sich vergangenen Samstag in Graz vier atemberaubenden Bands zusammen,

Es muss nicht immer ein überteures Konzert sein, um eine gute Musik und gute Live-Shows geboten zu bekommen. Dies bewiesen auch am Samstagabend vier Bands, die sich zusammengefunden haben um dem Publikum eine Preiswerte Alternative zu Money Boy, welcher am anderen Ende der Stadt den Konsum von Kola mit Eis huldigt und Slayer, welche in Wien das Gasometer zerlegten, zu bieten. Dies geschah nicht nur durch regionalen Bands, sondern auch durch die internationale Vertretung der Schweizer Band Call Me Ramsey.

Tiny Terrorists

Den Anfang machte die Tiny Terrorists die visuell erstmals minimalistisch wirken, da sie nur aus einem Gitarristen und einem Drummer, welcher auf einem für ihn viel zu kleinem Drumset spielt – er sieht dahinter sogar aus wie ein Riese, bestehen, aber unmittelbar bei dem ersten Song wird jedem klar, dass sich hinter dieser scheinbar minimalistischen Band eine epische Reise befindet, welche durch einen Schiffbruch auf hoher See ausgelöst und jeden ohne Ausnahme mit ihren riesigen Wellen mitreist! Wenn man einen Blick auf die Effektpedale von Gitarristen Dani Vitar geworfen hatte, konnte man gleich erkennen, das hinter diesen Gitarrensound mehr als ein reiner Verstärker steckt. Eine Ansammlung an unzähligen verschiedenen Effekten dröhnten wie eine galaktische Welle in die Ohren des Zuhörers. Untermalt wurde da ganze von dem technisch begabten Drummer Christoph Wimmer. Mit Liedtexten wie Holiday in Fukushima erkennt man auch, dass diese Band nicht nur musikalisch sehr durchdacht ist, sondern sich ebenfalls Gedanken über ihre Texte machen. Zusammen harmoniert das Duett wie Ike und Tina, nur das es in diesem Fall zwei Ikes sind.

Call Me Ramsey

Die 5-köpfige Schweizer Band Call Me Ramsey tourte vor kurzem durch Deutschland und Österreich. Einen ihrer Stopps legten sie auch im Grazer Club Wakuum ein um das heimisch Publikum von ihren donnernden Rock’n’Roll Riffs zu überzeugen. Den Start der Tour machten sie bereits am 29. Oktober im Berliner Sage Club. Danach tourten sie über Nürnberg nach Wien in  Richtung Graz. Nachdem sie auf dieser Strecke bereits gute 2500 km zurückgelegt hatten, wollte allerdings ihr Auto nicht mehr mitspielen. Im Gespräch erzählten sie, dass sie momentan aus dem Verkauf von Merchandise auf ihren Konzerten, sich die Reparatur ihres alten Ford Voyager zu finanzieren versuchen. Es gab Probleme mit Kupplung und Getriebe, aber sie sind froh, dass sich bisher noch alle Konzerte ausgegangen waren.

Sie bietet mit ihren Background lichtern einen wahren Hingucker. So füllten über Kreuz gespannte Lichter den gesamten Background aus und 4 weitere Monitore bildeten noch eine tiefer gehende Grundfläche. Dazu kam bei dieser Band neben den Musikern noch der Lichttechniker, welcher auch eine herausragenden Leistung erbrachte und sich und seine Lichter gekonnt mit den Beats und Riffs der Band zusammenfügte. Mit Liedern wie „Hey Baby“ konnten sie auch das Publikum dazu bewegen, sich ihrer Stille zu entreißen und im Chorus mitzusingen. Ihr straighter Rockbeat fuhr vielen durchs Gebein und das machte sich auch anschließend am Merchandise stand spürbar, als sie ein paar CDs verkauften um ihre weitere Tour zu finanzieren.

Deasel Weasel

I am Weasel! Deasel Weasel zeigt wohl, was die Wörter Zusammenhalt und Spaß in einer Band bedeuten. Immerhin existieren sie nun schon mehr 5 Jahre. Das erste Mal erlebte – und an dieser Stelle sei gesagt, dass man Deasel Weasel nicht nur sieht oder hört sondern wirklich erlebt – als sie 2011 in der Postgarage aufgetreten sind. Zu meinem Bedauern muss ich gestehen, dass mir Setlist von vor 4 Jahren nicht mehr im Kopf sitzt aber das spielt auch nichts zur Sache, Deasel Weasel bringen mit jeder ihrer Setlists Stimmung auf. Ob es nun die alten Lieder sind, die neuen von ihrem Album Second Thoughts oder wie bei diesem Auftritt auch mit einer Covernummer. Deasel Weasel vollbrachten etwas, was nur wenige Bands und Artist zu machen vermögen, sie schafften es nämlich den Song „Carry On Wayward Son“ von Kansas so zu interpretierten, als ob es einer ihrer eigenen wäre. Ein Talent, welches an wahrer Grazie grenzt und beinahe unmöglich scheint.

Eine eigene Nummer, welche nicht mehr aus ihrem Live-Set wegzudenken ist, nennt sich „Yo Mamas Potatoes„, welche sich ebenfalls auf ihrem neuen Album wiederfindet. Wer sich die Nummer anhört, kann es vielleicht nachvollziehen warum diese Nummer so anziehend wirkt. Sie bewegt sich mit einem stetigen Smooth und wirkt dennoch Dirty in den einzelnen Parts des Songs. Eine weitere Sache, die diese Band auszeichnet sind nicht nur die unglaublich sympathische Ausstrahlung von allen Bandmitgliedern, sondern auch, dass sie wirklich jeden zum Shaken bringen. Ob man sich nun den Flow ergibt und einfach zum groovt oder sich mit Kniebeugen austobt, Stimmung besteht zu 110%!

Miss Kaytie

Das Ende machten die offensichtlich schon gut gelaunten Miss Kaytie. Spielerisch bewegen sich Miss Kaytie sehr stark im Blues Rock Bereich. Auch bemerkt man ihre Erfahrung, so spielen sie doch sehr mit Gefühl und Gitarrist Manuel Kainz fühlt sich, seine Gitarre und die ganze Musik der Band im Vollem und zur Gänze. Dadurch entstehen auch immer wieder wunderbare Liveinterpretationen und Jams, welche in die Lieder eingebaut werden. Insgesamt spielte die Band seit 2013 44 Konzerte quer durch Österreich, unter anderem am Sunny Days Festival und im Gasometer Wien. Zuletzt belegten sie den 2. Platz bei der Brucker Blues Challenge und setzten sich somit gegen zahlreiche Kontrahenten durch. Unter Beweis gestellt haben sie ihr können auch im Club Wakuum. Stimmlich wie auch musikalisch bot die Band Blues vom feinsten. Während der Schwerpunkt auf der Gitarre gelegen ist, war der Gesang eher in den Hintergrund geraten, was allerdings vielleicht auch an der guten Stimmung lag, in der das Publikum und die Band sich befand, und sich diese in den musikalischen Groove der Band einfügten.

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