Autopilot

Auf nach Budapest!

So lautet das Motto meines Oster-Wochenendes, als ich etwa eine Woche zuvor eine Einladung zu einem Konzert in Ungarn erhielt. Anfangs überlegte ich noch, ob ich mir das am Wochenende wirklich antun will, da der Reise aufgrund der Urlauber, welche das lange Wochenende ausnutzen werden, ziemlich stressig und overcrowded hätte werden können.

Da man mir allerdings mitgeteilt hatte, dass man mich auf die Gästeliste gesetzt hat, und mir über eine EP, welche auf Spotify zu finden ist, das ganze ordentlich schmackhaft gemacht hatte, entschloss ich mich doch noch, die Einladung anzunehmen und mich auf den Weg nach Budapest zu machen.

Nach knappen 6 Stunden Zugfahrt, kam ich schließlich in Budapest an. Ich war schon wirklich gespannt, ob sich die lange Reise ausgezahlt hat. Falls nicht musikalisch, hätte Budapest immerhin noch eine gute Partymeile zu bieten.

Nach dem Check-In im Hotel, begab ich mich gleich zu dem Club, in welchem das Konzert stattfinden und ich die Band vor Beginn noch für ein kleines Interview treffen würde.

Sänger/Bassist Köge und Drummer Zslot erwarteten mich bereits. Sie empfingen mich im Vorraum des Clubs, während eine weitere Band des Abends einen schier endlos langen Soundcheck durchführte.

Köge, als Bandleader, führte AUTOPILOT durch das gesamte Interview. Er erzählte, dass er stolz darauf sei, heute zum ihren ersten richtigen Drummer zu präsentieren. Unter AUTOPILOT schlossen sich bereits im September 2012 der Sänger Köge und der – zum Zeitpunkt des Beginns des Interviews noch nach Essen suchende und somit nicht anwesende – Gitarrist Márton zusammen. Geplagt von der ewigen Suchen nach einen Drummer, welcher ebenfalls die Zeit aufbringen konnte, welche die zwei Bandgründer aufbrachten, wechselten sie in den letzten immer wieder ihre Drummer. Sie hatten zwischenzeitlich sogar zwei Drummer zur selben Zeit, die sich aus Zeitgründen bei den Auftritten der Band abwechselten.


Für die Aufnahmen ihrer EP, stand ihnen Andi, die Drummerin der Band BeelzeBoob bei, welche zu dieser Zeit auch aktiv bei AUTOPILOT tätig war. Sie war ebenfalls bei dem Konzert anzutreffen und erwähnte mir gegenüber, dass sie es schade findet, dass sie nicht mehr in der Band ist, aber es würde sich einfach nicht ausgehen, da Autopilot viel Zeit in Anspruch nimmt. 2013 tourten sie mit der vor allem in Ungarn sehr bekannten Band Junkies quer durch das Heimatland.

Die EP „A is for Autopilot“ wurde mittlerweile vor gut anderthalb Jahren released und findet sich mittlerweile auf verschiedenen Plattformen wie Deezer, Soundcloud, GooglePlay, Amazon, iTunes und Spotify.

!!!Hier muss ich anmerken, wer eine Band gut findet, und diese die ganze Zeit über Spotify anhört, sollte, um sie zu unterstützen, die Lieder besser downloaden. Auf Spotify müsste man sich das Lied eines Interpreten ungefähr 1000 mal anhören, bis dieser dasselbe Geld bekommt, was er für einen Download für € 0,99 bekommen würde. Die Konditionen sind vernichtend!!!

Mittlerweile kam Márton von seiner gelungenen Suche nach Nahrhaftem zurück und gesellte sich zu uns. Gemeinsam erklärten die beiden, dass sie Momentan an einer neuen EP und einem Musikvideo arbeiten. Viel wollen sie noch nicht verraten, aber die ersten Bilder auf Facebook lassen vermuten, dass es sich um ein episches Projekt handeln wird. Aktuell planen sie eine Tour für Herbst, welche sie quer durch Europa führen wird, unter anderem sogar nach Österreich!

Der Soundcheck der anderen Band endete und AUTOPILOT erklärten mir, dass sie nun noch checken müssten und nicht viel Zeit hätten, da die Band extrem lange gebraucht hat. (Tatsächlich braucht die Band weit über 60 Minuten für 2 Gitarren, Drums, Bass und Keyboard und Gesang)

Jetzt aber zum Konzert:

Ich durfte mich bereits beim Soundcheck von AUTOPILOT davon überzeugen, dass diese Band bereits eine gewisse Erfahrung auf der Bühne gesammelt hatte. Zwischen all den Späßen die sie mit dem Tontechniker machten, wirkten sie stets professionell und konnten so, gemeinsam mit dem Tontechniker, den ganze Sound schnell und außerordentlich einstellen. Der Techniker selber wirkte sehr erfreut über die Professionalität der Band, lobte sie und bedankte sich sogar bei ihnen, da es endlich eine Band war, welche wisse, wie man einen richtigen Soundcheck durchführt.

Um kurz nach halb 9 am Abend konnte das Konzert schließlich beginnen. Es haben sich um die hundert Menschen bei AUTOPILOT eingefunden, welche den Abend eröffneten (Was daran lag, dass ihr letztes Konzert vor fast einem Jahr gewesen ist und sie seitdem mit dem Schreiben und Erarbeiten ihrer Lieder beschäftigt waren).

Auf ihrer Setlist standen zwölf Nummern. Zwölf Lieder, die es in sich hatten. Vom ersten Ton weg war dem Publikum eines klar: Das ist AUTOPILOT!

Ihre Musik wirkte wie eine gute Mischung zwischen Rock (richtig reinen Rock. Kein Hard Rock oder Rock’n’Roll, sondern frischer reiner Rock), Grunge und ein wenig Punk. Ich knipste zu Beginn noch Fotos, musste aber meine Kamera nach kurzer Zeit weglegen, da ich mich einfach bewegen musste. Ihre Musik reißt einen förmlich mit. Köpfe beginnen zu bangen, Körper zu wackeln.

Fuck! Ich hatte viel erwartet, aber nicht eine Band, welche so gut sein würde. Mir wurde während ihres Konzertes eines bewusst: Nach AUTOPILOT kommt nicht viel. Die zwei Bands, welche nach ihnen die Bühne betraten waren gut, aber AUTOPILOT war die Überraschung und die Band des Abends. Sie hatten das Publikum von Anfang fest in Griff und Köge strahlte am Mikro einfach eine unglaubliche Sympathie und Energie aus, über welche nur wenige Bandleader verfügen.

Ich werde definitiv wieder zu einem Konzert von ihnen gehen, und sollte es wieder in Budapest sein. Diese Reise zahlt sich auf alle Fälle aus! Ihr könnt das nächste Mal gerne mit mir mitkommen und euch überzeugen!

Wenn mich jetzt wer nach puren und freshen Rockbands fragt, werde ich wohl nicht mehr auskommen ohne eine bestimmte in meiner Aufzählung zu erwähnen: AUTOPILOT.

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