3 Nations Punk House

Wenn sich 3 Nationen treffen, um gemeinsam an einem Dienstagabend den Punk Rock zu zelebrieren, kann das nach hinten losgehen, muss es aber nicht.

Letzteres war an diesem letzten Dienstag im Mai der Fall, als sich Griechen, Engländer und Österreicher im Grazer Music-House eingefunden haben, um den motivierten Gästen des Dienstagabends eine schweißtreibende Show, geladen mit jeder Menge Energie, zu bieten.

Als ich gegen halb 9 am Abend die Location betrat, zweifelte ich noch ernsthaft daran, dass es ein erfolgreicher Abend werden könnte. Bis auf die Mitglieder der Bands und die Angestellten des Music-House war nicht viel los, obwohl der Start bereits für kurz nach halb 9 angesetzt war.

The Siknotes

Jedoch strömten nach und nach immer mehr Leute in die Location und mit etwas Verzug, wohl auch zum Abwarten von Gästen, begann die erste Band um 21 Uhr mit ihrer Show. The Siknotes aus Groß Britannien eröffneten diesen Abend mit ihren klassisch nach Skate Punk klingenden Gitarrenriffs.

Von Anfang an bewegte sich auf der Bühne alles, was sich bewegen konnte. Ob nun die Band, oder auch die Verstärker. Ein schnelles Tempo war die Grundvoraussetzung dafür, dass die Band auf der Bühne abging wie andere in einem Pogo. So passierte es auch, dass ihr Gitarrist währenddessen einmal rückwärts gegen den AMP Tower (Turm aus Amplifiern/Verstärkern) stürzte und die Band lachend das Lied unterbrechen musste.  Als er wieder zurück auf den Beinen war, spielten sie gleich mit der nächsten Nummer weiter, da die vorangegangene sich ohnehin schon am Ende befand.

The Siknotes
The Siknotes

So klopften the Siknotes einen Punk Rock Riff nach dem anderen aus ihren Instrumenten und kamen auch recht bald zu einem Ende, da ihre Lieder oft nur zwischen 2 und 3 Minuten dauerten. Zu meiner Überraschung spielten sie auch noch eine Coverversion des Electric Six Songs Gay Bar, welchem Skate Punk Elemente hinzugefügt wurden. Das Lied war gut, jedoch nicht das Beste, was die Band zu bieten hatte. Für mich reichte es dennoch aus, um den Text lautstark mitzuschreien.

Allgemein war die Band ein guter Warm-Up für die nächste Band, den Barrier Reef/The Great.

Barrier Reef/The Great

Nach einer kurzen Umbauphase betraten schließlich die Grazer Lokalmatadoren von Barrier Reef/The Great die Bühne des Music-House in der Mondscheingasse. Da diese Band schon länger nicht mehr aufgetreten war, bemerkte man recht schnell, dass sich ein Großteil der Leute für diesen Act an einem Dienstagabend hierher begeben hatte. So hatte diese Band ihre letzte Bühnenpräsenz vor gut einem Jahr. Da war es nicht verwunderlich, dass sich kurz vor ihren Beginn alles vor die Bühne drängte, was noch irgendwie zwischen Holztheke und Dartautomat Platz hatte.

Was gleich zu Beginn jeder Konzertbesucherin und jeden Konzertbesucher, die die Chance hatten, noch einen Platz für der Bühne zu ergattern, auffiel war, dass sich Tom Zwanzger der Sänger der Barrier Reef/The Great nicht nur eines normalen Mikrofons bediente, sondern ebenfalls ein altes Hörertelefon als Mikrofon umfunktionierte, was seiner Stimme noch einen zusätzlichen, besonderen Klang verlieh.

Barrier Reef/The Great
Barrier Reef/The Great

Von Anfang an startete die Band mit einer wahnsinnigen Energie, welche von jedem einzelnen Musiker ausgestrahlt und unmittelbar auf das Publikum übertragen wurde. So zeigte sich Sänger und Gitarrist Tom Zwanzger auf der Bühne die bestmögliche Performance, welche ihm als Sänger möglich war.

Die Lieder waren allesamt sehr unterschiedlich. So kam es nur sehr selten zu einer Wiederholung unter den Liedern und sie boten eine sehr gute Abwechslung von Song zu Song, was auch an der gut zusammengesetzten Setlist gelegen war.

Die Band hatte hervorragende Stimmungsschwankungen und ruhige Lieder mit cleanen Gesang, die sich aus dem oft leise Geschrienen Teilen hervorhob, wobei es von den ruhigeren Passagen auch durchaus ein paar mehr geben könnte, da sie auch bei diesen eine unglaubliche Energie umsetzen konnten. Was man am Gesang noch anmerken kann ist die Tatsache, dass jedes einzelne Mitglied dieser Band die Lieder mit seiner Stimme unterstützt, was dem ganzen einen sehr interessanten Soundteppich verleiht.

 

Barrier Reef/The Great
Barrier Reef/The Great

Um die Show noch ein wenig anzukurbeln, hatten sie noch ein paar Requisiten dabei, welche die Menge noch ein wenig mehr anheizen sollte, als es ihre Show nicht ohnehin schon tat. Zum Beispiel holten sie während eines Songs ein Stroboskop  heraus, welche das bereits dramatisch wirkende Lied noch dramatischer wirken ließ. Somit gelang auch dieser Effekt hervorragend.

Mittlerweile war wohl schon jeder, der sich im Gedränge des Publikums befand, von einer trockenen Kehle und Schweiß geprägt. Der Vorteil, dass sich die Bühne in unmittelbarer Nähe der Theke befand war, dass man sich, nachdem man sich an den Leuten vorbeigekämpft hatte, etwas zu trinken ordern konnte. Aufgrund der Lautstärke wurden diese Gespräche auf das Notwendigste reduziert: „Eins!“ – „Was?“ – „Genau!“

Spätestens bei dem Song Tower war es dann soweit, und die Mitgrölphase wurde eingeleitet. So konnte sich das Publikum mit dem simplen Gesang in Form von ein-zwei „Tower“ an der Performance der Band beteiligen. Gegen Schluss des Konzertes war sowohl die Band, als auch das Publikum mit ihrer Energie am Ende, beanspruchten Barrier Reef/The Great doch eine jede Menge davon. Zugabe gab es keine. Das Publikum war dennoch Beeindruckt, denn am Ende konnten Barrier Reef/The Great nochmal das letzte aus sich und dem Publikum rausholen, um den Auftritt ein würdiges Ende zu bereiten.

Es folgte eine erneute Umbauphase, da die Requisiten von Barrier Reef/The Great nun der letzten Band des heutigen Abends Platz verschafften mussten. Diese nannten sich Despite Everything und kamen aus Athen.

Despite Everything

Die Formation dieser 4 Griechen konnte anfangs ein paar Personen verwundern, so stand Beispielsweise  ein Gitarrist der eigentlich nicht singt und nur zur Verstärkung des Chorus anrückte, in der Mitte der Bühne, während sich der Bassist zur Rechten und ein weiter Gitarrist zur Linken die Rolle an den Mikrofonen teilten.

Despite Everything
Despite Everything

Der Gesang bei dieser Band wirkte allerdings vermehrt wie ein Instrument und weniger wie eine Stimme, die textlich auffallen will. Despite Everything beeindruckten durch wunderbare Punk Riffs, die bereits mit einem enormen Druck von den Pick-Ups aufgenommen und klangvoll aus den Lautsprechern der Verstärker wiedergegeben wurden.

Die Band spielte sich nicht nur durch ihr musikalisches Können, sondern auch durch ihre unglaubliche Sympathie recht schnell nicht nur in die Herzen derer, die sie bereits von früheren Shows kannten, sondern auch sehr schnell in die Herzen derer, welche die Band an diesem Abend erst neu für sich entdeckten.

So konnten Despite Everything einen fantastischen Abschluss des Abends bieten, und sogar noch mit einer Zugabe das Publikum nachhause, beziehungsweise zurück an die Bar schicken.

Wer noch Geld in der Tasche hatte, besorgte sich eine CD von Despite Everything am Merchstand, oder gab es mit Barrier Reef/The Great an der Bar aus. Leider waren the Siknotes recht schnell in der Masse untergegangen, jedoch konnte man sie am nächsten Tag nochmal im Grazer SUB sehen. Barrier Reef/The Great und Despite Everything spielten am nächsten Tag noch im Triebwerk in Wr. Neustadt, wobei Barrier Reef/The Great auf ihrer Facebookseite bereits verkündet haben, dass es weitere Shows im Jahr 2016 geben wird.

 

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